Nicht als Geschenk geeignet

Tiere sind keine Spielzeuge: Vermittlungsstopp im Tierheim rund um die Weihnachtszeit

Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum. Viele Tierheime stoppen deshalb vor dem Weihnachtsfest bewusst ihre Vermittlung.

Ob Hund, Katze oder Kaninchen: Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum. Das betont der Deutsche Tierschutzbund alle Jahre wieder. Zum Einen seien derartige Geschenke oft unüberlegt, und nicht selten würden die Tiere wieder abgegeben oder gar ausgesetzt. Zum Anderen sei der Trubel kein idealer Zeitpunkt für den Einzug eines Haustieres. Viele Tierheime stoppen deshalb vor dem Weihnachtsfest bewusst ihre Vermittlung.

Auch in Bad Hersfeld habe man damit gute Erfahrungen gemacht, berichtet der Leiter Andreas Rümmler. „Diese Regelung hat sich bezahlt gemacht.“ Schon seit etwa zehn Jahren gebe es den Vermittlungsstopp rund um die Feiertage, der in diesem Jahr vom 16. Dezember bis zum 6. Januar gilt. 

Weihnachten: Tiere sind keine Geschenke

„Tiere sind keine Geschenke, die unter den Weihnachtsbaum gehören. Erst recht keine Tiere, die aus dem Tierheim kommen“, heißt es dazu auf der Homepage des Hersfelder Tierschutzvereins, dem die Einrichtung gehört. „Sie haben genug durchgemacht und haben es deshalb verdient, würdig adoptiert zu werden.“

Tierheim-Leiter Andreas Rümmler.

Leider habe man oft genug erfahren, dass genau die Tiere, die als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum platziert wurden, spätestens in der folgenden Ferienzeit ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Etwa 20 Hunde, ebenso viele Katzen plus Kleintiere wie Kaninchen und Vögel sind aktuell im Tierheim untergebracht. 

Auch Vorstandsmitglied Volker Nuhn steht voll hinter dem Vermittlungsstopp und hält ihn für sinnvoll: „Tiere sind keine Spielzeuge, sie machen auch Arbeit.“ Neben dem Tierheim empfiehlt er seriöse Züchter vor Ort, wenn es um die Anschaffung eines Haustiers geht. Keinesfalls sollten Tiere aus dem Ausland gekauft werden. Zoohandlungen mit Meerschweinchen und Co. gibt es im Landkreis nicht mehr.

Der Tierschutzverein Rotenburg gibt seit jeher ebenfalls keine Tiere in der Weihnachtszeit ab. „Aussuchen ja, abholen erst danach“, erklärt die erste Vorsitzende Brigitte Brömel. Strikt dagegen ist auch Erika Frobel von der Tiernothilfe Rotenburg. Sie warnt vor „Schnellschüssen“ und habe schon viel erlebt.

Einrichtung ist auf Spenden angewiesen

Das einzige Tierheim im Landkreis nimmt mit der Aufnahme von Fundtieren und „Zwangsabgaben“ diese Aufgabe auch für den Kreis und die Kommunen wahr. Die Finanzierung ist jedoch immer wieder Thema, denn mit den derzeit 30 Cent pro Einwohner im Jahr könnten die Betriebskosten in Höhe von rund 200 000 Euro bei Weitem nicht gedeckt werden. Nur dank Spenden und Mitgliedsbeiträgen komme man über die Runden, sagen Andreas Rümmler und Volker Nuhn. nm

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa-Bildfunk

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