„Gehört zu unserer Kultur“

Weihnachten ist fester Bestandteil in Kitas und Grundschulen

Hersfeld-Rotenburg. In den Kindertagesstätten und den Grundschulen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bekommen die Kinder erklärt, was hinter Weihnachten steckt.

Hersfeld-Rotenburg. „Wir vermitteln den Kindern, was hinter Weihnachten steckt. Wenn wir denen sagen, bei den Feiertagen geht es um den Weihnachtsmann und um den Osterhasen, lachen die uns ja aus“, sagt Kirsten Krüger-Conrad, Leiterin der städtischen Kita Tabalugaland in Bebra. Gleiches gilt auch für die anderen Kitas und Grundschulen des Landkreises: Weihnachten ist fester Bestandteil des Alltages, sagen alle Verantwortlichen – vier Grundschulen haben auf die Anfrage unserer Zeitung nicht rechtzeitig reagiert.

„Das ist unabhängig davon, welcher Religion die Kinder angehören“, sagt Karina Schnaar, Schulleiterin der Ernst-von-Harnack-Schule auf der Hohen Luft in Bad Hersfeld. Dort wird jeden Montag im Advent die Kirche besucht – nicht zum Gebet oder einer Religionsstunde, sondern um den Advent zu feiern, sagt die Schulleiterin. Die Teilnahme sei aber nicht verpflichtend. Die christlichen Traditionen werden im Religions- und Ethikunterricht behandelt. Mit Weihnachtsgedichten, Adventskalendern und Adventskränzen haben es die Kinder aber auch in anderen Schulfächern zu tun. Außerdem lernen sie, wie Weihnachten in unterschiedlichen Ländern auf der Welt gefeiert wird.

„Wir wollen den Kindern den Sinn hinter dem Fest näher bringen und alle gemeinsam durch Lieder, Plätzchenbacken und Weihnachtsgeschichten in festliche Stimmung versetzen“, sagt Heringens Bürgermeister Daniel Iliev zum Thema Weihnachten in den Kitas der Stadt Heringen. Es solle weniger darum gehen, dass sich die Kinder auf materielle Dinge freuen, sondern darum, wie man anderen eine Freude mache. „Eben all das, was Weihnachten ursprünglich ausmacht: Liebe, Teilen, Gemeinschaft“, sagt Iliev. Weihnachtsgeschichten, -lieder und -feierlichkeiten sind auch in den städtischen Kitas in Bad Hersfeld und Rotenburg fester Bestandteil, heißt es jeweils vom Magistrat. In Bad Hersfeld schmücken die Kinder beispielsweise die Weihnachtsbäume auf dem Weihnachtsmarkt. In der Kindertagesstätte in Haunetal schreiben die Kinder mit ihren Familien ihre eigene „Weihnachtsgeschichte“. Maria und Josef gehen als Krippenfiguren auf Reise, jeweils für eine Nacht zu allen Kindern und ihren Eltern. Die Kinder bekommen einen kleinen Koffer mit nach Hause, wo nicht nur die Figuren, sondern auch ein Tagebuch drin ist. Dort soll aufgeschrieben, gemalt oder fotografiert werden, was Maria und Josef erleben.

Etwas Besonderes hat sich auch die Kita Schlosszwerge in Friedewald einfallen lassen: Traditionell backen nicht etwa die Mütter, sondern die Väter in der Vorweihnachtszeit mit den Kindern Plätzchen. Außerdem werden die Gruppenräume weihnachtlich gestaltet, sagt Leiterin Beate Jäger. Auch in den evangelischen Kitas ist das christliche Fest natürlich Thema, sagt Pfarrer Andreas Schmidt-Wecken aus Obersuhl, der als Vorsitzender des Zweckverbandes evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Rotenburg für acht Kitas zuständig ist. „Uns ist wichtig, die Verbindung zur Kirchengemeinde zu pflegen. Die Vorschulkinder in Obersuhl beispielsweise üben ein Krippenspiel ein, dass dann im Familiengottesdienst aufgeführt wird und auch noch einmal im Awo-Altenzentrum.“ Die Eltern werden darüber informiert. Wenn sie nicht wollen, dass ihre Kinder daran teilnehmen, hält sich die Kita daran. „Manche muslimische Kinder spielen mit, andere nicht. Es gibt aber auch einige Eltern, die gar nicht religiös sind und eine Teilnahme ihrer Kinder am Krippenspiel ablehnen“, sagt Schmidt-Wecken. (czi)

Rubriklistenbild: © Nadine Maaz

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