Wasserentnahme aus Gewässern im Kreis Hersfeld-Rotenburg ab sofort verboten

Ein Bachlauf mit Niedrigwasser, Steinen und Pflanzen.
+
Wasserentnahme verboten: Davon sind jetzt auch Bäche und andere Gewässer im Kreis Hersfeld-Rotenburg betroffen.

Die Wasserentnahme aus allen Flüssen, Bächen und Seen des Kreises ist wegen der anhaltenden Trockenheit ab sofort verboten beziehungsweise nur noch stark eingegrenzt möglich.

Hersfeld-Rotenburg - Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100 000 Euro, teilt der Landkreis als Untere Wasserbehörde in einer Pressemeldung mit. Das Verbot gelte zunächst nicht für all jene, die eine sogenannte „wasserrechtliche Erlaubnis zur Wasserentnahme“ erteilt bekommen haben und für Betriebe, die ihre Tiere mit Wasser versorgen. Wie der Leiter der Unteren Wasserschutzbehörde Gerd Myketin mitteilt, sind wegen der anhaltenden Trockenheit die Wasserstände in Seen, Flüssen und Bächen derzeit bereits sehr niedrig. Eine Änderung sei derzeit nicht absehbar, begründet Landrat Dr. Michael Koch das von ihm unterschriebene Verbot der Wasserentnahme.

Es bestehe die Möglichkeit, dass der Wasserhaushalt sonst nachteilig gestört wird. Daher appelliert Landrat Dr. Michael Koch an die Vernunft der Bürger: Das Verhalten jedes Einzelnen habe große Auswirkungen auf das ganze Ökosystem. „Wir müssen an den Schutz unserer Heimat denken, damit diese auch in Zukunft für uns erhalten bleibt“, so Koch.

Durch den geringen Wasserstand der Bäche, Flüsse und Seen und die starke Erwärmung des Wassers verschlechterten sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Organismen, sowie die Nahrungsgrundlage anderer Tierarten und der Menschen. Insbesondere an kleinen Gewässern bestehe die Möglichkeit, dass zusätzliche Wasserentnahmen dazu führten, dass Tiere verendeten, warnt das Landratsamt.

Wer gegen das Wasserentnahmeverbot des Kreises verstößt, für den kann es richtig teuer werden. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 100 000 Euro geahndet werden, heißt es in der Mitteilung.

Das Schöpfen von Hand und das Tränken von Tieren sind generell erlaubnisfrei. Anlieger, deren Grundstück unmittelbar an ein Gewässer grenzt, dürfen für den Eigengebrauch auf diesem Grundstück auch mit einer Pumpe Wasser entnehmen, „wenn der Abfluss im Gewässer dadurch nicht wesentlich vermindert wird“, heißt es im Wasserhaushaltsgesetz. Die Wasserbehörden können die erlaubnisfreie Benutzung etwa zur Gefahrenabwehr aber beschränken oder ausschließen – so wie jetzt der Fall. red/kai

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare