Neue Form der Bewässerung im heißen Sommer

Wasser-Säcke für durstige Bäume in Bad Hersfeld

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Sorgen dafür, dass die Bäume im Stadtgebiet nicht verdursten: Victor Steinmetz (links) und Karl-Josef Höfer von der Anlagengruppe der Stadt Bad Hersfeld beim Auffüllen der Wassersäcke an der Dippelstraße.

Die Stadt Bad Hersfeld setzt seit diesem Sommer erstmals Wasser-Säcke für die Versorgung der Bäume mit Flüssigkeit ein. Durch deren Poren sickert das Wasser langsam in die Erde.

Wer die Dippelstraße in Bad Hersfeld entlang fährt oder im Kurpark unterwegs ist, hat womöglich schon die kleinen grünen Säcke an den Bäumen entdeckt. Insgesamt 60 Stück befinden sich verteilt im Stadtgebiet.

Sie dienen der Bewässerung der Bäume in den heißen Sommermonaten und werden alle zwei bis vier Tage von den Mitarbeitern der Anlagengruppe der Stadt Bad Hersfeld befüllt. 75 Liter fassen die speziellen Plastiksäcke, durch deren Poren das Wasser langsam in die Erde einziehen kann.

Bis der gesamte Inhalt im Erdboden eingesickert ist, dauert es circa sechs bis acht Stunden. So könne eine zielgerichtete Bewässerung erreicht und Zeit gespart werden, erklärt Karl-Josef Höfer, Leiter der Anlagen- und Friedhofsgruppe. „In der Stadt herrschen oft keine Idealbedingungen für die Bäume, sie haben es schwerer als solche, die auf der freien Wiese stehen“, sagt Höfer. Zu den heißen Temperaturen und der Trockenheit kommen erschwerend auch die Strahlenwärme des Asphalts und eingeschränkter Wurzelraum hinzu.

Dass es den Bäumen zu heiß ist, kann man beispielsweise daran erkennen, dass sich die Blätter einrollen, diese bräunlich werden oder sogar ganz abfallen.

Tote Äste oder gar tote Bäume sind dann die schwerwiegendsten Hitzeschäden. Vor allem Eschen, wie sie auf dem Mittelstreifen der Dippelstraße stehen, oder einige Ahornarten können mit der anhaltenden Hitze und Trockenheit nicht gut umgehen und benötigen deshalb eine ausreichende Bewässerung.

Durch die Säcke am Fuße der Bäume kann das Wasser langsam in den Boden einziehen und so bis an die Wurzeln vordringen. Die Mitarbeiter der Stadt benötigen rund eineinhalb Tage, um alle Säcke zu befüllen. In Bad Hersfeld wendet man dieses Bewässerungskonzept in diesem Jahr erstmals an.

Die ersten 60 Säcke hätten sich aber schnell bewährt, weshalb bereits 90 weitere bestellt wurden. Auch andere Kommunen im Kreis setzen die Bewässerungssäcke inzwischen ein. Ein weiterer Vorteil: In der Lagerung sind die dünnen Säcke äußerst platzsparend, denn im Herbst werden sie wieder von den Bäumen entfernt.

Mit Blick auf den Klimawandel stellt sich die Frage, ob sich die Bäume an längere und heißere Sommer gewöhnen können, doch die Anpassung der Pflanzen an ihre Umwelt ist ein evolutionärer Prozess, der viel Zeit braucht. „So schnell wie sich die Umwelt verändert, kommen die Bäume nicht hinterher“, sagt Höfer.

Man versuche, die Bäume, die da sind, zu erhalten, achte aber bei Neupflanzung darauf, Arten zu verwenden, die mit der Hitze besser klarkommen.

Von Laura Hellwig

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