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SPD-Bürgermeisterkandidat reagiert auf Kritik: „Lösungen statt Probleme finden“

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Karsten Vollmar
Karsten Vollmar © SPD

Ungenauigkeit und mangelnde Entscheidungsfreude wirft der SPD-Bürgermeisterkandidat Karsten Vollmar der unabhängigen Kandidatin Anke Hofmann vor.

Bad Hersfeld – Er reagiert auf Hofmanns Stellungnahme zur Einrichtung eines Energiequartiers auf dem Wever-Gelände (wir berichteten). Darin hatte Hofmann Vollmars „Euphorie gebremst“ und auf mögliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung seiner Pläne hingewiesen.

„Manche Politiker finden für jede Lösung ein Problem“ – reagiert nun Karsten Vollmar auf Hofmanns Einschätzung. Während die Welt von einer Krise in die nächste gerate und es dabei neben Krieg und Frieden auch um Klima, Umwelt und Energieversorgung gehe, werde den Plänen eines Energiequartiers mit Bedenken, Skepsis und einer grundsätzlich ablehnenden Haltung begegnet. „Das ist nicht meine Art, Politik zu betreiben. Viel wichtiger finde ich es, dass wir zu relevanten Herausforderungen der Gegenwart gemeinsam mit Partnern eine Lösung finden. Nein-Sager bringen uns und unsere Stadt nicht weiter. Die Menschen in Bad Hersfeld erwarten von uns, dass wir das Thema Energieversorgung verantwortungsvoll angehen“, erklärt Vollmar.

Inhaltlich sei die Stellungnahme der Kandidatin durch Ungenauigkeiten geprägt: Auf die vorausgehende Prüfung von Erdwärmebohrungen sei im Text unter dem Stichwort „Heilquellenschutzgebiet“ hingewiesen worden. Eine verpflichtende Festsetzung über den Bebauungspan sei hingegen nicht vorgeschlagen worden. „Das regelt man auch über Kaufverträge“, meint Vollmar.

Ihn stimme es bedenklich, wenn in Zeiten der größten Klimakrise der Bedarf an Wohnungen gegen den Bedarf an innovativen Energieversorgungsideen ausgespielt werde, was nicht von Entscheidungsfreudigkeit zeuge.

Auch verwundere der Vorschlag, eine zusätzliche städtische Stelle zur Energieberatung einzuführen: Die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) bietet auch in Bad Hersfeld schon seit längerer Zeit kostenlose Beratungen an, wo Hausbesitzer Energie und Geld sparen sowie das Klima schützen können. „Energieberatung ist wichtig. Bevor wir aber Doppelstrukturen aufbauen, sollten wir bestehende Angebote in den Fokus rücken“, teilt Vollmar mit.

Wenn das Fraunhofer-Institut, namhafte Universitäten oder auch die derzeitige Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP Energiequartiere fördern und als Zukunftstechnologie ansehen, dann könne der Idee nicht generell mit Vorbehalten begegnet werden, glaubt der SPD-Politiker. Er habe eine andere Auffassung vom Amt des Bürgermeisters: „Wir sollten zukunftsfähig denken und Chancen sehen. Oder andersherum: Wir müssen Lösungen finden – und nicht in allem Probleme suchen.“

Bezeichnend sei, dass FDP und FWG-Vertreter, die Hofmann unterstützen, die Idee eines Wever-Energiequartiers als „Luftnummern“ und „Träumereien“ in den sozialen Netzwerken bezeichnen. „Gut, dass ich nicht unabhängig bin“, merkt Vollmar ironisch an.   red/kai

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