Viermal gewalttätig gegen die Freundin: 25-Jähriger wegen versuchten Totschlags angeklagt

Fulda/Bad Hersfeld. Über die Verlesung der Anklage und die Erklärung des Angeklagten, dass er nur über seinen Rotenburger Pflichtverteidiger aussagen wolle, kam das Schwurgericht des Fuldaer Landgerichts im ersten Hauptverhandlungstermin gegen einen in Untersuchungshaft sitzenden 25-jährigen Syrer nicht hinaus.

Der junge Mann muss sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten, weil er im vergangenen Sommer insgesamt viermal gewalttätig geworden ist. Am 8. Juli soll er einer jungen, zum nächsten Termin als Zeugin geladenen Frau, mit der er eine Beziehung unterhielt, in ihrer Wohnung in Bad Hersfeld mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Dadurch trug diese in der rechten Gesichtshälfte ein ausgedehntes Hämatom davon.

Am 14. August traf er stark alkoholisiert auf dem Benno-Schilde-Platz in Bad Hersfeld erneut auf die junge Frau. Als diese gerade dabei war, den Platz mit ihrem Fahrrad zu überqueren, soll er sie vom Rad gestoßen, mehrfach gegen ihren Kopf getreten und sie mit ihrem Kopf auf den Asphaltboden geschlagen haben. Die Frau erlitt dabei Prellungen am Oberarm, an den Beinen sowie eine Beule am Hinterkopf. Im Zuge erneuter Streitigkeiten soll der wiederum stark alkoholisierte Angeklagte die Bad Hersfelderin, bei der laut Gericht ebenfalls eine „Alkoholproblematik“ besteht, am 25. August in ihrer Wohnung niedergeschlagen und gewürgt haben. Nachdem er sich zunächst aus dem Staub gemacht hatte, soll er einige Zeit später erneut in der Wohnung erschienen sein, ein Fenster eingetreten und noch einmal auf die Frau eingeschlagen haben. Danach soll er sie „so stark gewürgt haben, bis ihr die Luft wegblieb“. Erst nach Eintreffen einer Polizeistreife soll er von ihr abgelassen haben. Da der Angeklagte nach der letzten Tat in Untersuchungshaft genommen worden ist, hat die Fuldaer Strafkammer den ersten Hauptverhandlungstermin so angesetzt, dass innerhalb der zu beachtenden Sechs-Monatsfrist keine weitere Haftprüfung erforderlich ist. Wegen anderweitiger umfangreicher Verfahren wird das Hauptverfahren, für das 23 Zeugen und vier Sachverständige geladen worden sind, jedoch erst am 8. März fortgesetzt. (apl)

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