Rotenburgs Bürgermeister kritisiert Uneinsichtige

Nicht alle Geschäfte wegen Corona dicht, aber: Viele Plätze blieben leer

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Leere Plätze in der Bad Hersfelder Fußgängerzone: Viele Geschäfte sind wegen Coronavirus seit Mittwoch dicht. Das Bild trügt allerdings etwas – nicht überall waren alle Plätze frei.

An fast allen Geschäften in Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra sind sie zu sehen: Schilder mit der Aufschrift „Wir haben geschlossen“.

Das Modecentrum Sauer in Bad Hersfeld hat noch zwei deutliche Hashtags hinzugefügt: #wirbleibenzuhause und #bleibtgesund.

Wie von der Hessischen Landesregierung verordnet und haben seit Mittwoch nur noch Lebensmittelläden, Apotheken, Drogerien und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs geöffnet (unsere Zeitung berichtete bereits). Sämtliche Modegeschäfte sind dicht. Das gilt auch für die Telefonshops, allerdings mit Ausnahmen: die, die zum Beispiel Geschäftskunden wie Pflegedienste betreuen, können dies weiterhin tun. An einem Spielgerät an der Breitenstraße prangt ebenso der kaum zu übersehende Hinweis: „Bis auf Weiteres geschlossen“.

Viele Menschen waren am frühen Nachmittag nicht im Städtchen unterwegs. Recht gut frequentiert waren aber noch die geöffneten Bäcker und Eisdielen, wenngleich die meisten Sitzplätze leer blieben. Auch Friseure hatten noch geöffnet, allerdings nur wenige Kunden, wie ein Blick durchs Fenster zeigte.

Auch der Spielplatz an der Breitenstraße  ist bis auf Weiteres geschlossen (Bild rechts).

Dass in Rotenburg immer noch viele und gerade ältere Menschen in den Cafés in der Sonne saßen, macht Bürgermeister Christian Grunwald fassungslos: „Man kann doch wohl von erwachsenen Menschen verlangen, dass sie den Kopf einschalten.“ Besonders die Bürgerinnen und Bürger im Rentenalter ignorieren nach seiner Einschätzung sämtliche Bemühungen, die Verbreitung des Virus zu verhindern: „Die sitzen gemütlich und dicht gedrängt im Straßencafé, stehen in großen Runden auf dem Marktplatz und diskutieren oder drängen sich im Einkaufszentrum und an Supermarkt-Kassen“, schimpft Grunwald. 

Ignoranz gegenüber sich selbst und anderen nennt er das. „Schließlich geht es um nichts weniger als um Menschenleben.“ Er fordert in der Krise solidarisches Verhalten aller: „Bleibt zur Hölle daheim.“ Jeder sei potenzieller Träger des Virus, egal, ob er sich krank fühle oder nicht, und könne es weitergeben. (nm/sis)

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