Viel Emotion, klares Votum

Raiffeisenbank Asbach-Burghaun stimmt für Fusion mit VR-Nordrhön

Emotionale Versammlung: Rund vier Stunden haben die Bank-Mitglieder diskutiert. Das Votum für die Fusion war dann mehr als eindeutig.
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Emotionale Versammlung: Rund vier Stunden haben die Bank-Mitglieder diskutiert. Das Votum für die Fusion war dann mehr als eindeutig.

Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Asbach-Burghaun hat mit deutlicher Mehrheit für eine Fusion mit der VR-Bank Nordrhön gestimmt.

Asbach/Fulda – „Morgen kann kommen“ – so stand es auf blauem Grund über dem orangefarben unterlegten „Wir machen den Weg frei“ auf den Bildschirmen der Esperanto- und Waideshalle, als die Generalversammlung der Raiffeisenbank Asbach-Burghaun die Weichen für die Bank-Zukunft stellte.

Auch wenn es nicht bis zum Morgen dauerte – erst nach rund vier Stunden einer teils recht emotional verlaufenden Sitzung fiel die Entscheidung. Es war wenige Minuten vor 23 Uhr – und möglicherweise mit Blick auf die Raiffeisenbank Asbach-Burghaun Fünf vor Zwölf.

Das Ergebnis war mehr als eindeutig: Von den 665 vertretenen Bankmitgliedern votierten 642 für die Fusion und 23 stimmten mit Nein. Mit der Fusion bleiben die Arbeitsplätze der Burghaun-Asbacher Bank ebenso erhalten wie die drei Geschäftsstellen in Burghaun, Asbach und Sorga. Zudem gibt es einen dreijährigen Kündigungsschutz für die Mitarbeiter.

Den Vorständen Walter Mengel und Tim Schnabel sowie Aufsichtsratschef Elmar Oss war die Erleichterung anzumerken. Denn nicht nur die Wochen vor der Versammlung, sondern auch die Zusammenkunft selbst war geprägt von kritischen Einwürfen und Fragen, die vor allem von einem Kreis um den früheren Burghauner Vorstand Helmut Glebe kamen.

Dabei wäre der Abend auch schon mit Blick auf die Zahlen, die Vorstand und Aufsichtsrat vorzutragen hatten, nicht vergnügungssteuerpflichtig gewesen. Denn laut Prüfbericht hat sich „die Vermögenslage der Bank im Geschäftsjahr 2019 durch die erforderliche Abschirmung von Risiken, insbesondere aus dem Kreditgeschäft, sowie dem bankeigenen Immobilienbestand „deutlich verschlechtert“ und sei nur noch „knapp ausreichend“.

Als „unzureichend“ wird die Ertragslage der Bank bezeichnet. Insgesamt müssen 2,1 Millionen Euro aus den Reserven der Bank für diese Sicherungsaktion verwendet werden. Das verringere die Risikotragfähigkeit. Das Urteil der Prüfer über den Vorstand ist eindeutig: „Die Vorstandsmitglieder Carsten Glebe, Thomas Hüttner und Hartmut Schenk haben die Bank unter Beachtung von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung sowie den Beschlüssen der Generalversammlung nicht ordnungsgemäß geleitet.“ Die mangelnde Information durch den Vorstand habe die Arbeit des Aufsichtsrats erschwert. Dieser sei seinen Überwachungspflichten aber „insgesamt nachgekommen“.

Zu den Zahlen, die Vorstand Mengel vorstellte, gehörte ein Rückgang des Betriebsergebnisses um 42,3 Prozent auf 396 000 Euro. Der Bilanzgewinn brach um 87 Prozent von 276 000 auf 36 000 Euro ein. Mit großer Mehrheit stellte die Versammlung die Zahlen fest und beschloss auch, in diesem Jahr auf eine Dividendenzahlung zu verzichten – eine Empfehlung, die wegen Corona an alle Institute geht.

Im Laufe der Aussprache kündigte Aufsichtsratsvorsitzender Elmar Oss an, dass der Aufsichtsrat im Falle eine Ablehnung der Fusion unmittelbar zurücktreten werde. Weil auch die Amtszeit der Vorstände Schnabel und Mengel bei der Nicht-Fusion endeten, wäre die Bank dann ohne Leitungsgremien. Oss versprach mit Ehrenwort, der Aufsichtsrat werde juristisch prüfen lassen, ob die Vorstände Glebe, Hüttner und Schenk sich strafbar gemacht hätten. Eine Entlastung des Vorstands-Trios hatte nicht auf der Tagesordnung gestanden.

Große Aufmerksamkeit erfuhren Wortmeldungen aus der Mitarbeiterschaft, für die Thilo Schneider und Marc Staniewski das Wort ergriffen. Er verwies auf die enorme emotionale und arbeitsmäßige Belastung des Teams. Die Mitarbeiter stünden voll hinter der Fusion mit der VR-Bank Nordrhön. „Die Entscheidung, ob in der Zukunft in den Geschäftsstellen in Asbach, Burghaun und Sorga die Türen für Sie geöffnet oder geschlossen bleiben, die liegt allein in Ihren Händen. Helfen Sie mit, damit es für Sie und für uns alle weiter geht.“

Von Hartmut Zimmermann

Stehen in der Kritik: Die ehemaligen Bankvorstände Thomas Hüttner und Hartmut Schenk.

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