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Verunsicherung wegen PCR-Tests im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

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Symbolbild PCR-Tests
PCR-Tests sollen künftig auf Risikogruppen beschränkt werden. Das sorgt für Verunsicherung. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Ankündigung der Bundesregierung, die knappen PCR-Tests künftig zu priorisieren und hauptsächlich auf Risikogruppen zu beschränken, sorgt auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg für Irritationen.

Hersfeld-Rotenburg - „Die Patienten sind furchtbar verunsichert“, berichtet Dr. Frank Klein, Hausarzt aus Schenklengsfeld, der auch PCR-Tests anbietet. Vor allem die Ungewissheit über die genauen künftigen Regelungen sei schlimm.

Dr. Klein plädiert deshalb dafür, auch bei PCR-Tests „Vernunft walten zu lassen“. Wenn ein Familienmitglied mit einem PCR-Test positiv getestet wurde, sei es nicht nötig, auch noch den Rest der Familie aufwendig zu testen, denn sie müsse ohnehin in Quarantäne.

Unterdessen rüsten die örtlichen Testcenter auf, um weitere Kapazitäten zu schaffen. So haben beispielsweise die „Weißen Elfen“, die in vielen Orten des Landkreises Tests anbieten, ein Gerät für sogenannte PoC-NAT-Tests angeschafft, immerhin eine Investition von mehreren tausend Euro. Technisch basieren sie auf dem gleichen Verfahren wie PCR-Tests, müssen allerdings nicht aufwendig im Labor ausgewertet werden. „Das Ergebnis liegt in etwa einer halben Stunde vor“, berichtet Elfen-Mit-Geschäftsführer Falk Stolle.

Allerdings müssen die Patienten dafür 129 Euro aus eigener Tasche bezahlen, sagt Stolle. Dennoch rechnet er mit einer hohen Nachfrage, weil im Beruf oder auch bei Auslandsreisen derartige Tests vorgelegt werden müssen. Das Gesundheitsamt habe bereits signalisiert, auch diese Tests zu akzeptieren.

Auch Saskia Hildwein, die im Kreisgebiet mehrere Apotheken und Testcenter betreibt, wartet auf die Ermächtigung des Gesundheitsamts, künftig POC-Tests anbieten zu können. „Die Durchführung dieser Tests ist allerdings alles andere als trivial“, sagt Hildwein, sie erfordere viel Kompetenz und Akribie. „Wir werden daher die Abstiche in den Testcentern machen, aber die Auswertung bei uns im Labor. Generell hat die Apothekerin Verständnis für die Priorisierung der PCR-Tests. „Die Nachfrage hat sich seit geraumer Zeit zugespitzt, und jetzt explodiert sie“, sagt Hildwein. Im Kreis gebe es viel zu wenige PCR-Kapazitäten, zumal alle Tests in externen Laboren ausgewertet werden müssen.

Dieses Problem hat das Klinikum Bad Hersfeld nicht. „Wir machen unsere PCR-Tests alle selbst im eigenen Klinik-Labor“, sagt Sprecher Werner Hampe. So werden die Patienten bei Verdacht im Klinikum getestet und auch die Mitarbeiter, wenn sie etwa aus der Quarantäne zurückkehren“, erläutert Hampe. Problematisch könnte er nur dann werden, wenn es generelle Engpässe in den Lieferketten für PCR-Tests geben sollte.

Außerdem hat das Gesundheitsamt gestern mitgeteilt, dass ab sofort zur Freitestung aus der Quarantäne auch Schnelltests von einem qualifizierten Testcenter statt der bisher nötigen PCR-Tests ausreichen sollen. (Kai A. Struthoff)

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