Volksabstimmung wurde erst nach der Landtagswahl ausgezählt

Verfassungsänderung: Nicht alle im Landkreis wollen jüngere Politiker

+
Mit vereinten Kräften: (von links) Dieter Attelmann, Marion Kehres, Monika Podszuweit, Sandra Rudolph und Anke Köppen zählten am Montag in Bad Hersfeld die Stimmen bei der Volksabstimmung aus. 

Hersfeld-Rotenburg. Ein klares Votum für die 15 Verfassungsänderungen haben die Wähler in den Wahlkreisen 11 (Hersfeld) und 10 (Rotenburg) abgegeben. 

Die Volksabstimmung hatte am Sonntag parallel zur Landtagswahl stattgefunden.

In den meisten Punkten sprachen sich mehr als 80 Prozent der Wähler für die vom Land vorgeschlagenen Veränderungen aus. Dabei haben offensichtlich viele Wahlberechtigte nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, alle 15 Änderungen mit einem Kreuz zu akzeptieren oder abzulehnen, sondern einzeln abgestimmt. So ergeben sich unterschiedliche Zahlen für die einzelnen Punkte.

Dabei fällt auf, dass es die meisten Nein-Stimmen bei der Frage gab, ob das Wählbarkeitsalter für den Landtag auf 18 Jahre herabgesetzt werden sollte. 30,7 Prozent der Wahlberechtigen aus dem Wahlkreis Hersfeld fanden das nicht gut. Im Wahlkreis Rotenburg waren es 29,9 Prozent.

Auch mit dem Bekenntnis zur Europäischen Integration hatte etwa ein Fünftel der Wähler Probleme. 21,7 Prozent in Hersfeld und 21 Prozent in Rotenburg stimmten hier mit Nein.

Die digitale Verkündung von Gesetzen ist 21,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Wahlkreis 11 suspekt, im Wahlkreis 10 waren es 20,6 Prozent Nein-Stimmen.

Obwohl die Todesstrafe, die bisher noch in der Hessischen Verfassung stand, ja nicht mehr angewendet wurde, weil Bundesrecht über Landesrecht steht, gibt es 7895 Wahlberechtigte (21,1 Prozent) im Wahlkreis Hersfeld, die gegen die Abschaffung votierten. Im Wahlkreis Rotenburg waren es 7836 Nein-Stimmen (20,3 Prozent).

Die höchste Zustimmung im Wahlkreis Hersfeld gab es für das Gesetz, das die Förderung der Infrastruktur zum Staatsziel erhebt: 88,8 Prozent. Im Wahlkreis Rotenburg waren es sogar 89,1 Prozent.

Fast so hoch war die Zustimmung beim Thema Datenschutz.

Die Stärkung und Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und der Kinderrechte wurde von jeweils 87,3 Prozent der Wähler im Wahlkreis 11 befürwortet. Im Wahlkreis 10 stimmten 87,8 Prozent für die Gleichberechtigung und 87,2 Prozent für die Kinderrechte.

Auch die stärkere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit wird von den allermeisten Wählern befürwortet: 86,8 Prozent in Hersfeld, und 87 Prozent in Rotenburg. 85,9 Prozent der Wähler im Wahlkreis 11 sprachen sich für das Staatsziel Schutz und Förderung der Kultur aus, 86 Prozent im Wahlkreis 10. 87,7 Prozent stimmten in Hersfeld für die Förderung des Ehrenamtes, 88 Prozent in Rotenburg. Die Sportförderung ist 86,5 Prozent der Wähler im Wahlkreis Hersfeld ein Anliegen und 86,7 Prozent in Rotenburg. Auch die direkte Demokratie, also die Stärkung der Volksgesetzgebung wird von 85,5 Prozent der Wähler in Hersfeld befürwortet beziehungsweise von 86 Prozent im Wahlkreis Rotenburg. (zac)

Kommentare