Aushängeschild fällt weg

Verein Taube muss Essen auf Rädern aufgeben

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Glückwunsch bei der Mitgliederversammlung: Taube-Vorsitzende Marion Scherer (links) und Pfarrer Christoph Biskamp ehren Ursula Götze.

Bad Hersfeld – Seit 15 Jahren unterstützt der Taube Förderverein Diakoniestation Hersfeld Senioren in ihrer häuslichen Arbeit im Raum Bad Hersfeld.

Mit einem Bescheid des Kreises von April 2019 über die Zulassung als Entlastungsdienst im Bereich Hauswirtschaft kann der Verein nun endlich auch optimistisch und rechtssicher weiterarbeiten. Aufgegeben werden musste allerdings das „Essen auf Rädern“.

Wie schon im August 2018 berichtet, hatte ein Antrag vom 23. Januar 2015 wegen fehlender Abstimmung auf Landesebene zunächst verwaltungstechnisch nicht beschieden werden können. Seinerzeit hatte sich Torsten Warnecke als Vereinsmitglied und SPD-Landtagsabgeordneter dafür eingesetzt, den Verwaltungsprozess zu beschleunigen. Mit der Zulassung gehen nun jedoch auch wieder Mehraufwendungen für Führungszeugnisse, Hygieneschulungen und Einsatzleitung einher. Für die Einsatzleitung wurde bereits eine Stelle ausgeschrieben.

200 Kunden werden inzwischen von 28 Mitarbeitern hauswirtschaftlich unterstützt. Die Hauswirtschaft läuft sogar so gut, dass 30 Kunden noch auf einer Warteliste stehen, hieß es jetzt bei der Jahreshauptversammlung. Es fehle schlicht das Personal. Mit einem erhöhten Stundensatz von nunmehr 16,70 Euro soll ein besserer Anreiz geschaffen werden, um die Personalsituation zu entschärfen.

Ein Wermutstropfen ist das Aus für das Aushängeschild des Vereins, das „Essen auf Rädern“, das unter wirtschaftlichen Aspekten aufgegeben werden musste, um den Verein nicht zu gefährden. Pro Essen legte der Verein 2018 über 40 Cent drauf, was sich bei 1200 bis 1300 Portionen im Monat summierte. Trotz durchweg positiver Kundenresonanz zur Essens- und Versorgungsqualität und einer moderaten Preisgestaltung bei weiten Anfahrten und hohem Zeitaufwand, sei es nicht gelungen, sich im Kreise der vielen Anbieter mit Qualität und neuen Kunden zu behaupten.

Der Verein ist für seine erfolgreiche Arbeit auch auf die vielen kleinen und großen Spenden angewiesen. Die Vorsitzende Marion Scherer bedankte sich deshalb ausdrücklich bei der Firma Begoin, Saskia Hildwein und der Stadt Bad Hersfeld als regelmäßige Spender. Weitere Einnahmen werden über das Waffelbacken zum ersten Advent in der City Galerie und über ein Konzert erzielt. Das diesjährige Benefizkonzert wird am 20. September die „Rock & Acoustic Band“ der Geistalschule gestalten.

Für zehn Jahre emsige Arbeit wurde Mitarbeiterin Ursula Götze von Scherer und Pfarrer Christoph Biskamp geehrt. „Ich mach es sehr gerne“, war ihre bescheidene Antwort.

Für 2019 hat der Vorstand eine schwarze Null im Visier. (sen)

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