Das Aus ist besiegelt

Ursula Haupt muss ihren Blumenladen in Bad Hersfeld nach 48 Jahren schließen

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Macht seit einigen Wochen Ausverkauf: Ursula Haupt, die 88-jährige Geschäftsinhaberin aus Bad Hersfeld muss nach 48 Jahren ihren „Blumenbasar“ in der Fußgängerzone schließen.

Bad Hersfeld. Ein halbes Jahrhundert Blumenbasar, das war der Wunsch von Ursula Haupt, der ältesten Geschäftsfrau Bad Hersfelds. Nun ist nach 48 Jahren Schluss.

Nach 48 Jahren muss Ursula Haupt ihren kleinen Laden in der Weinstraße nun schließen und das bedauerlicherweise nicht freiwillig. Das Haus in der Fußgängerzone wurde verkauft, Ursula Haupt muss raus mit ihrem Traditionsgeschäft.

„Schweren Herzens und mit Tränen gehe ich hier raus,“ sagt die 88-jährige Geschäftsführerin. Kunstgewebe und Floristik findet man im Blumenbasar in der Fußgängerzone. Noch bis zum 31. August steht Ursula Haupt hinter dem Tresen in ihrem Laden. Das Wichtigste für sie ist Qualität. „Nur so,“ sagt sie, „kann man sich in dem schweren Konkurrenzkampf behaupten.“

Das wissen auch ihre Kunden, die ihr seit Jahrzehnten die Treue halten. Nur dank der Kundschaft, die die Qualität des Blumenbasars zu schätzen weiß, konnte der kleine Blumenladen bestehen. Ihr Handwerk gelernt und verfeinert hat Ursula Haupt bei zahlreichen Auslandsaufenthalten. Von Griechenland über Asien bis nach Australien – die Geschäftsfrau hat schon viel von der Welt gesehen. So nahm sie beispielsweise am Weltcup der Floristen in Singapur teil oder besuchte die Eurocups der Floristen in Athen.

Mit ihren 88 Jahren betreibt sie den Blumenbasar ganz allein, vom Bestellen der Blumen bis zum Schreiben der Quittungen. Unterstützung erfahre die Floristin von guten Freunden, die ihr in vielen Situationen das Leben erleichtern, so Haupt.

Gezwungenermaßen hängen nun die Ausverkauf-Schilder im Schaufenster. „Die 50 hätte ich gerne vollgemacht,“ sagt die 88-Jährige mit merklichem Bedauern. Aber eines steht fest: So wie ihre Kunden ihr die Treue hielten, so hält sie auch Ursula Haupt ihren Kunden bis zum Schluss. „Ich und mein Blumenbasar sind einzigartig in der Stadt,“ sagt sie über ihr Traditionsgeschäft. Das denkmalgeschützte Gebäude in der Weinstraße gehört dem VR-Bankverein, Mieter ist die Immobilien und Service GmbH. Man plane die beiden Geschäfte im Erdgeschoss des Gebäudes, ein ehemaliger Bekleidungsladen auf der linken Seite und der Blumenbasar auf der rechten Seite, zusammenzuführen, so Oliver Woschek vom VR-Bankverein.

Nach einer umfangreichen Sanierung der Räumlichkeiten, die 2020 fertiggestellt werden soll, sei dort eine Niederlassung für Immobilienvermittlung geplant, im oberen Stockwerk bleiben Mietwohnungen vorhanden. (lh)

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