Wochenendkolumne

Zwischen den Zeilen: Unwägbares, Zählbares und Spekulatives

In seiner Kolumne Zwischen den Zeilen befasst sich Kai A. Struthoff unter anderem mit Festspielen und Wahlgängen.

Kai A. Struthoff

Keine Frage: Wir alle hoffen und wünschen, dass die Bad Hersfelder Festspiele in diesem Jahr stattfinden können – auch wenn eine Premiere ohne Festakt, roten Teppich und Party gewiss etwas glanzloser wäre, als wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren. Mit der Verschiebung um eine Woche haben sich die Theatermacher jedenfalls etwas Luft verschafft, ohne dass der ganze Spielplan und bestehende Verträge zusammenbrechen.

Doch es bleibt eine Rechnung mit vielen Unbekannten – das ist allen bewusst.

Deshalb wurde am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss auch über die Kosten einer möglichen Totalabsage der Festspiele diskutiert. Eine schwierige Situation, denn jetzt muss Geld ausgegeben werden, um die Bühne einzubauen und die Technik anzumieten. Die Schauspieler sind ohnehin schon verpflichtet. Wie heißt es doch: The show must go on – aber schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

Zu den vielen Unwägbarkeiten rund um die Festspiele gehört auch die Frage nach der Unterbringung von auswärtigen Gästen und Schauspielern. Vor allem das Ensemble hat in diesem Jahr offenbar noch größere Schwierigkeiten, geeignete Quartiere zu finden. Dabei ist die Unterbringung von Menschen, die beruflich reisen müssen, auch in Corona-Zeiten gestattet. Schließlich sind ja auch jetzt Monteure, Zeitarbeitskräfte und Handelsreisende unterwegs. Ich bin aber sicher, dass die Hersfelder Festspielfreunde auch in diesem Jahr wieder nicht nur ihre Herzen, sondern auch die Türen öffnen werden, um die Theatermacher nicht im Regen stehen zu lassen. Die Festspielverwaltung hofft jedenfalls auf Angebote und freut sich über viele Anrufe.

Wir Journalisten lieben es, über Personalien zu spekulieren. So habe ich mit Interesse gelesen, dass der CDU-Bundestagskandidat Wilhelm Gebhard, zurzeit Bürgermeister von Wanfried, von seiner Partei auf Listenplatz 20 gesetzt wurde. Dieselbe Position hatte bei der letzten Bundestagswahl Timo Lübeck. Dessen Vorgänger Helmut Heiderich hatte seiner Landespartei sogar mal mit einer „Altenativ-Liste“ gedroht, weil er im Jahr 2009 mit Listenplatz 15 keine Chancen auf ein Mandat sah.

Genauso gespannt bin ich, wer wohl 1. Kreisbeigeordneter an der Seite des neuen Landrats Torsten Warnecke wird. Ein gut informierter Leser glaubte sich sicher, dass Bernd Böhle von der FDP dieses Amt als „Dankeschön“ für sein Eintreten für Warnecke und die SPD im Landratswahlkampf erhalten soll. Böhle hat immerhin seine Verwaltungsausbildung im Landrat absolviert und ist derzeit als Büroleiter zweiter Mann im Rathaus von Alheim. Es könnte also passen.

Gerüchte sind schön, nachfragen ist besser: „Bisher gab es keine Gespräche dazu“, sagt Böhle auf HZ-Anfrage. Er verweist darauf, dass bis zur Nachfolge von Elke Künholz ja noch viel Zeit ist, und dass ein 1. Beigeordneter eine Mehrheit im Kreistag haben muss. Wohl wahr. „Schaun wir mal“, sagt Böhle sibyllinisch. Genau! Und bis dahin können wir ja noch ein bisschen weiterspekulieren. Einfach weil’s Spaß macht. (Kai A. Struthoff)

Rubriklistenbild: © Ludger Konopka

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