Die einen so, die anderen so

Unterschiedliche Ansichten zu Smart City und Stadtmarketing im Stadtparlament

Die einen so, die anderen so: Unterschiedliche Ansichten zu Smart City und Stadtmarketing prägten die Sitzung des Bad Hersfelder Stadtparlaments. 

 Bürgermeister Thomas Fehling bedankte sich für die Steilvorlage eines „Elfmeters ohne Tormann“, denn die vermeintlichen Kritikpunkte des SPD-Fraktionsvorsitzenden Karsten Vollmar zum Thema Stadtmarketing sah der Rathauschef größtenteils schon abgearbeitet.

Vollmar hatte in der Sitzung der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung einen Antrag der FWG für ein umfassendes Stadtmarketing-Konzept zum Anlass genommen, diese Arbeit vom städtischen Fachbereichsleiter einzufordern. Auch erinnerte Vollmar an die Zielsetzungen, die nach dem Ausscheiden des vorherigen Kurdirektors formuliert worden waren.

Das aber waren dann genau die Punkte, bei denen sich der Bürgermeister „auf gutem Weg“ sah. Weil das Thema vor dem Hessentag ohnehin nicht angepackt werden kann und der Stadtmarketingverein einbezogen werden soll, wanderte der Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss.

Unterschiedliche Betrachtungsweisen gab es auch beim zweiten Thema, das zu größerer Debatte Anlass gab, zu Smart City. Zwar hatte der Ausschuss die Bewerbungskosten für das Förderprogramm „Smart Cities made in Germany“ des Bundesinnenministeriums auf 25 000 bis 30 000 Euro begrenzt, doch die SPD hielt das Einschalten einer teuren Agentur nicht für erforderlich. Wenn doch das Thema schon seit Jahren einen so hohen Stellenwert in der Verwaltung habe, dann könne dort doch sicher auch problemlos eine entsprechende Bewerbung gefertigt werden, meinte Carsten Lenz.

Das sei angesichts der Hessentags-Vorbereitungen nicht leistbar, widersprach der Bürgermeister, der sich einmal mehr gegen die Unterstellung verwahrte, Smart City sei seine Spielwiese. „Das Thema treibt weltweit alle um“, sagte Fehling und verwies auf den Atlas der deutschen 50, die bei der Digitalisierung eine Vorreiter-Rolle einnehmen. Bad Hersfeld ist die kleinste unter ihnen und hat deshalb nach Hinweisen aus dem Ministerium gute Chancen, bei einer Bewerbung berücksichtigt zu werden.

„Smart City ist ein Lieblingsthema des Bürgermeisters“, fasste Andrea Zietz (Die Grünen/NBL) zusammen, „aber es gibt hier auch richtig viel Geld zu holen“. Die Vorlage wurde mit Mehrheit gegen SPD, Linke und den Stadtverordneten Kreissl beschlossen. ks

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