Missglückter Handstreich

Umzug der Hersfelder Stadtbibliothek ins „wortreich“ ist vorläufig vom Tisch

Bad Hersfeld. Es gab nur einen Vermerk auf der Veränderungsliste zum Haushalt, und die Diskussion fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Geradezu handstreichartig sollte die Konrad-Duden-Stadtbibliothek in die Wissens- und Erlebniswelt „wortreich“ am Schilde-Platz verlegt werden.

 Doch der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung spielte nicht mit: Der Vorschlag von Bürgermeister Thomas Fehling wurde einstimmig abgelehnt. Hintergrund der Umzugs-Pläne ist zum einen der hohe Zuschussbedarf für die Bibliothek am Markt, die sich die Stadt Jahr für Jahr rund eine halbe Million Euro kosten lässt. Auch das „wortreich“ ist trotz Umstrukturierung und Personalabbau nach wie vor ein Verlustbringer. Zuletzt lag das Defizit bei knapp 170 000 Euro.

Dass die Thematik im Ausschuss nicht offen besprochen wurde, lag daran, dass gleichzeitig die personelle Frage der künftigen Geschäftsführung zu klären war: Die Bibliothek gehört zum Fachbereich von Frank Effenberger, Chefin im „wortreich“ ist Karina Gutzeit.

Stelle einsparen

Ihre Stelle sollte nach Informationen unserer Zeitung im vom Bürgermeister geplanten neuen Bildungszentrum eingespart werden. Von der Zusammenlegung beider Einrichtungen versprach sich Fehling eine Kostensenkung um 100 000 Euro, in etwa der Betrag, der für den Umzug aufgewendet werden müsste. In den Folgejahren wäre dann mit positiven Auswirkungen auf den Haushalt zu rechnen. Doch dazu kommt es zumindest vorläufig nicht.

„Es bleibt, wie es ist“, sagte ein sichtlich enttäuschter Thomas Fehling, nachdem die Öffentlichkeit im Ausschuss wieder hergestellt war. Man habe die Kosten nicht im Griff, scheue sich aber, die Strukturen zu verändern. „Wir packen kein größeres Thema an,“ stellte der Bürgermeister fest

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