35 Verletzte - Darsteller riefen um Hilfe

Übung am Obersberg: Busunfall forderte die Einsatzkräfte

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Dach ab: Nicht nur aus dem Bus (im Hintergrund zu sehen) galt es bei der Übung am Obersberg Verletzte zu befreien, auch im Auto saßen zwei Verletzte.

Mit vielen Verletzten hatten es Feuerwehr und DRK bei einer gemeinsamen Übung in Bad Hersfeld zu tun. Am Obersberg waren ein Bus und ein Auto zusammengestoßen.

Ein auf der Seite liegender Bus, ein Auto am Laternenmast, Hilferufe und Schmerzensschreie: Dieses Szenario bot sich den Einsatzkräften von Feuerwehr und DRK am Samstagvormittag bei einer gemeinsamen Übung am Obersberg in Bad Hersfeld.

Zu dem schweren Unfall waren die Kernstadt-Wehr, die Feuerwehr Petersberg und die Kräfte des Hersfelder Roten Kreuzes um 10 Uhr alarmiert worden. Sie hatten laut Übungsleiter Tobias Schindler zwar gewusst, dass zu dieser Zeit eine Übung stattfindet, nicht aber, was sie dabei erwartet. „Der Bus und der Pkw sind frontal zusammengestoßen, wir haben insgesamt 35 Verletzte, drei davon schwer und drei mittelschwer“, erläuterte Schindler das Szenario.

Mit der groben Planung sei bereits rund sechs Monate im Voraus begonnen worden, an die Feinheiten sei es dann vor etwa drei Monaten gegangen. Die Übung fand auch mit Blick auf den bevorstehenden Hessentag und den schweren Busunfall 2014 in Kirchheim statt. Das ausrangierte Fahrzeug stammt von den Kasseler Verkehrsbetrieben und wurde mit einem speziellen Abschlepp-Lkw an Ort und Stelle geschafft. „Man hat nur selten die Gelegenheit, am Bus zu üben“, betonte Schindler.

Nadja Schweidler (links) hat bereits mehrfach Unfallopfer dargestellt. 

Um technische Handgriffe an den Fahrzeugen ging es bei der Übung ebenso wie um die Betreuung und Versorgung der Verletzten – nicht zuletzt aber natürlich auch um die Kommunikation und Koordination. Beobachtet wurde das Geschehen von Marco Kauffunger, Patrick Kniest und Florian Jungkurth, die sich eifrig Notizen machten. Die erschreckend echt wirkenden Verletzten-Darsteller waren nicht nur schon seit dem frühen Morgen mit Kunstblut und -Wunden „verziert“ worden – ein verzweifeltes Mädchen schrie immer wieder nach ihrer Schwester, ein aufgebrachter Mann musste von mehreren Feuerwehrleuten in Schach gehalten werden. Für die sogenannte Mimgruppe war Baris Cokgenc von der heimischen Feuerwehr zuständig. Vom DRK Hünfeld war Nadja Schweidler dabei – die 24-Jährige ist quasi schon Profi-Darstellerin. „Ich habe das schon sehr, sehr oft gemacht, wie oft weiß ich gar nicht“, hatte sie kurz bevor es losging, lachend berichtet.

Insgesamt übten am Obersberg etwa 80 Einsatzkräfte. Das Fazit des „Chefs“ fiel am Ende positiv aus: „Die Hersfelder und die Besucher beim Hessentag können sich sicher fühlen“, so Schindler. „Es war eine tolle Übung.“ Er sei selbst etwas überrascht gewesen, wie gut alles funktioniert habe. Denn sonst übe meist jeder für sich. Die Absprache zwischen Feuerwehr und DRK sei denn auch die besondere Herausforderung für alle Beteiligten gewesen und das Einzige, wo es in den ersten Minuten noch etwas gehakt habe. 

Stärken konnten sich im Anschluss alle in der Feuerwache – und zwar mit türkischen Speisen, die von Baris Cokgenc' Familie zubereitet worden waren und nun von Helfern der evangelischen Kirche und des islamischen Kulturvereins Hersfeld gemeinsam serviert wurden. (nm) 

Busunfall am Obersberg: Übung von Feuerwehr und DRK

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