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UBL/Bürger-Herz warnt vor HKZ-Bauruine in Rotenburg

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Von: Sebastian Schaffner

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Soll 2025/26 nach Bad Hersfeld verlagert werden: die Akutmedizin des Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrums.
Soll 2025/26 nach Bad Hersfeld verlagert werden: die Akutmedizin des Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrums. © Paul Bröker

Die Kreistagsfraktion UBL/Bürger-Herz befürchtet, dass durch die Verlagerung der Akutmedizin in 2025/26 nach Bad Hersfeld eine Bauruine in Rotenburg entsteht.

Rotenburg/Bad Hersfeld – Die Kreistagsfraktion UBL/Bürger-Herz fordert vom Klinikum Hersfeld-Rotenburg „endlich einen validen Gesamtplan für ein medizinisches Konzept, die Finanzen und das Bauvorhaben sowie eine Antwort, wie es in Rotenburg weitergehen soll“. So steht es in einer Pressemitteilung der Bürgerliste. Deren Kreistagsmitglied Dr. Tobias Klingenberg prangert darin an, dass bisher kein einziger Euro im Kreishaushalt vorgesehen sei, um die verbleibende Infrastruktur zu entwickeln. Klingenberg: „Eine Bauruine muss verbindlich ausgeschlossen werden.“

Die Klinikum Bad Hersfeld GmbH hat, wie berichtet, aus dem Krankenhausstrukturfonds 172,6 Millionen Euro beantragt, um die vor zwei Jahren beschlossene Verlagerung sämtlicher akutmedizinischer Abteilungen an den Klinikum-Standort in Bad Hersfeld umzusetzen. Die Entscheidung steht noch aus.

UBL-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Schülbe wirft in der Mitteilung die Frage auf: „Wer wird für die horrenden Kosten der Restrukturierung des Klinikums einstehen?“ Man müsse nicht nur mit einem Anstieg der Baukosten auf über 200 Millionen rechnen, sondern auch jedes Jahr Defizite in Millionenhöhe ausgleichen, so Schülbe.

Durch die geplante Verlagerung des Herz-Kreislauf-Zentrums von Rotenburg nach Bad Hersfeld entsteht nach Ansicht der Geschäftsführung des Klinikums keine Versorgungslücke. Die UBL-Bürger-Herz-Abgeordneten Klingenberg und Werner Kubetzko hatten in Wiesbaden nachgefragt, ob das Sozialministerium das genauso sieht. Aus der Antwort entnehmen sie, wie sie schreiben, dass für Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) „offenbar die hochwertige Versorgung“ darin bestehe, in Hessen an immer weniger Standorten Leistungen anzubieten. „Das vom Ministerium stets betonte besondere Augenmerk auf die Rettungszeiten und die kardiologische Notfallversorgung hat sich als Augenwischerei entpuppt“, so Klingenberg.

So erkläre das Ministerium, dass auch im Notfall eine Behandlung mittels Herzkatheter bis zu 90 Minuten nach Erstdiagnose als leitlinienkonform anzusehen sei. Damit orientiere man sich am untersten Rand, um Menschen bei einem akuten Herzinfarkt formell rechtzeitig in ein geeignetes Krankenhaus zu bekommen, kritisiert UBL/Bürger-Herz. Ob dies in der Realität im ländlichen Raum zwischen Kassel und Bad Hersfeld überall ausreichen werde, sei dahingestellt.

Aus dem Antwortschreiben Kai Kloses geht zudem hervor, dass das Klinikum einen Versorgungsauftrag in der Herzchirurgie erhalten werde. (red/ses)

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