Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 4,3 Prozent

Trotz Corona-Krise: Arbeitsmarkt im Kreis Hersfeld-Rotenburg zeigt sich robust

Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.
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Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.

Im Vergleich mit ganz Hessen und dem ebenfalls zum Bezirk der hiesigen Arbeitsagentur gehörenden Nachbarkreis Fulda, kommt der Landkreis Hersfeld-Rotenburg gut weg.

Die aktuellen Zahlen und die Entwicklung von März bis Juni 2020 haben die Vertreter der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda und des Kommunalen Jobcenters des Landkreises Hersfeld-Rotenburg am Mittwochvormittag in einer gemeinsamen Pressemitteilung vorgestellt.

Hier die Pressemitteilung der Arbeitsagentur im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt in der Region zeigt sich erstaunlich robust. Erstmals seit Beginn des Lockdowns infolge der Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit im Juni nicht angestiegen. So waren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 2.759 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies waren 0,1 Prozent weniger als im Mai. Der Anstieg zum Vorjahresmonat fällt mit 18,6 Prozent im Hessenvergleich gering aus. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 4,3 Prozent. Jedoch ist hier auch die hohe Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes zu beachten, das als arbeitsmarktpolitisches Instrument Beschäftigungsverhältnisse absichert.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr vollzog sich in beiden Rechtskreisen, wobei der Zuwachs im Bereich der Arbeitslosenversicherung wegen der Ansprüche auf Arbeitslosengeld I deutlich höher ausfällt. Bei der Arbeitsagentur sind momentan 1.207 Personen arbeitslos gemeldet (+351 gegenüber dem Vorjahr), das Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg zählt 1.552 Arbeitslose (+81 zum Vorjahr).

Beim Vorjahresvergleich fällt auf, dass Männer doppelt so stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Frauen. Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, führt dies darauf zurück, dass Männer häufiger im verarbeitenden Gewerbe tätig sind, das von der Krise erheblich betroffen ist. Frauen dagegen arbeiten öfter in Pflegeberufen oder im Lebensmittel-Einzelhandel.

Eine große Herausforderung bleibt weiterhin die Integration von jüngeren Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Zwar ging die Arbeitslosigkeit bei den Unter-25-Jährigen um 15 gegenüber dem Vormonat zurück (-4,6 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr stieg sie hingegen um 24,4 Prozent.

Agenturleiter Dombrowski zeigte sich bei einer Pressekonferenz in Bad Hersfeld vorsichtig: „Der Höhepunkt der Arbeitslosenzahl könnte vorerst erreicht zu sein. Jedoch dürfte die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt trotz erster positiver Anzeichen weiter anhalten.“ So meldeten sich 34 Personen weniger aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos als im Monat zuvor. Zugleich fanden 192 Frauen und Männer den Weg zurück in Erwerbstätigkeit – lediglich 18 weniger als im Juni 2019.

Der Weg zur alten Stärke und Dynamik des Arbeitsmarktes dürfte dennoch ein weiter sein. So konnte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Bad Hersfeld 209 Stellen rekrutierten, im Juni 2019 waren es rund 500 gewesen.

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