ZWISCHEN DEN ZEILEN

Trassen, Obdachlose und ein Seufzer

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Kai A. Struthoff

Bad Hersfeld - Am 27. Februar wird es ernst: Dann werden nämlich die sogenannten „Grobkorridore“ für den Verlauf der neuen Schnellbahntrasse Fulda-Gerstungen vorgestellt.

Damit wird auch eine wichtige Vorentscheidung darüber fallen, welche Gemeinden künftig unmittelbar betroffen und welche außen vor sind. Die Sitzung findet übrigens im Kolping-Haus in Hünfeld statt. Wer aus diesem Veranstaltungsort allerdings Rückschlüsse auf den Standort des hart-umkämpften künftigen ICE-Bahnhofs ziehen will, der irrt – sagt jedenfalls die Bahn auf besorgte Nachfrage. Nur weil die Hersfelder Stadthalle ausgebucht und das „wortreich“ für die vielen Beteiligten zu klein ist, sei die Wahl auf Hünfeld gefallen, beruhigt eine Bahnsprecherin. 

Noch wartet man bei der Bahn allerdings noch auf das „Unterrichtungsschreiben“ des Regierungspräsidiums als „letzte Weichenstellung“. Dennoch dürfte der ungefähre Verlauf der Trasse feststehen. Wohlgemerkt: Es geht bislang nur um Grobkorridore, in deren Rahmen noch einiges möglich ist. Wir sind jedenfalls gespannt.

Es tut sich was in der Bad Hersfelder Obdachlosenunterkunft Wassermannseck. In den vergangenen Tagen ist ein Sozialraum samt Küchenzeile eingerichtet worden. Diese stand nach dem Umzug der Fachbereiche aus dem Gebäude Markt 16 zur Verfügung. Auch eine Heizung werde nun installiert und der Schimmel entfernt, teilte Stadtsprecher Meik Ebert auf Nachfrage mit. Insgesamt würden etwa 25 000 Euro investiert. 

Das sind gute Nachrichten – nicht nur mit Blick auf den Brandschutz. Kritik kommt von den Bewohnern trotzdem: Denn die Stadt hat Waschmaschine und Trockner entfernt, weil diese offenbar „unsachgemäß behandelt“ wurden. Sie verweist diesbezüglich auf den Tagesaufenthalt der Diakonie. Es ist wohl leider wie so oft: Einer missachtet die Regeln und alle leiden darunter. Hinter den Kulissen rumort es schon seit Langem. Seit 2017 bemüht sich die Diakonie um eine Lösung gemeinsam mit der Stadt und gerne auch dem Kreis. Auch die Bürgermeister im Kreis haben sich mit dem Thema inzwischen beschäftigt. Das einst in Aussicht gestellte Alternativobjekt ist indes kein Thema mehr. Eine Verlegung der Unterkunft ins Zentrum birgt offenbar sozialen Sprengstoff. Eines ist aber klar: Aus den Augen kann nicht heißen aus dem Sinn.

Eine Art Heimspiel hatte ich am Montagabend, als ich bei den Landfrauen in Kleinensee vom Zeitungsmachen erzählen durfte. Die rund 20 Zuhörerinnen – und auch zwei Zuhörer – sind alle seit vielem Jahren treue HZ-Abonnent-Innen. Entsprechend angeregt haben wir diskutiert. Vielen Dank für die Einladung und diesen netten Abend! 

Und auch bei Hessen Mobil wird offenbar gründlich unsere Zeitung gelesen: In der vergangenen Woche ärgerte sich mein Kollege Karl Schönholtz an dieser Stelle über die Fußgängerampel an der Dippelstraße am Schilde-Platz, die schlecht getaktet und schwergängig ist. Schon am Dienstag war die Verkehrsbehörde vor Ort und hat an der Ampel gearbeitet. Das nennt man Bürgernähe. Auch dafür danke!

Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann sind Ulli Meiß und seine Blechbläser hoffentlich schon wohlbehalten in Buenos Aires gelandet. Bis Anfang Februar ist das gut 30-köpfige Orchester in Argentinien, Brasilien und Uruguay auf Konzertreise unterwegs. Wir werden natürlich darüber berichten. Bis dahin bleibt uns nur Eichendorffs Sehnsuchts-Seufzer: Ach, wer da mitreisen könnte ...

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