Der Sportplatz war sein zweites Zuhause

Tischtennis hat ihn fit gehalten: Oskar Liebig wird heute 103 Jahre alt

Wird heute 103 Jahre alt: Oskar Liebig feiert seinen Geburtstag mit Familie und Bekannten im Altenzentrum Hospital.
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Wird heute 103 Jahre alt: Oskar Liebig feiert seinen Geburtstag mit Familie und Bekannten im Altenzentrum Hospital.

Oskar Liebig wird heute 103 Jahre alt und feiert seinen Geburtstag mit Familie und Bekannten im Altenzentrum Hospital. Wir erzählen aus seinem Leben.

„Da werde ich noch berühmt! Leute, Leute...“, scherzt Oskar Liebig. Der Asbacher wird heute 103 Jahre alt und kann es scheinbar selbst kaum glauben: „So alt zu werden, der Wahnsinn“, sagt er. Seinen Humor hat er sich erhalten und auch im Altenzentrum Hospital taut er so langsam auf, freut sich Tochter Gerlinde Weigelt.

Bevor Oskar Liebig im Juli dieses Jahres ins Altenzentrum eingezogen ist, hat er rund 70 Jahre in Asbach gelebt. Dort hat er im Jahr 1948 seine Frau Elisabeth geheiratet. Im gleichen Jahr wurde Tochter Rita geboren, drei Jahre später Tochter Gerlinde. Die Familie baute 1955 das Haus, in dem Rita heute noch lebt.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft spielte er Fußball

Sein zweites Zuhause war zweifellos der Asbacher Sportplatz und der SVA. Nachdem Liebig aus der Kriegsgefangenschaft in den USA zurück nach Deutschland kam, begann er beim Sportverein Fußball zu spielen. Im Jahr 1968 war Liebig einer der Mitgründer der Tischtennisabteilung, der er viele Jahre einen treuen Dienst erwiesen hat.

Tischtennis war sein Lieblingssport und diese Leidenschaft gab er auch an die Jugend weiter. Er trainierte Generationen von Nachwuchsspielern, gab Tipps und sorgte für Teamgeist. Bis ins Alter von 98 Jahren war Liebig als Ersatzspieler Teil des Teams.

Familie verbrachte gerne zusammen Zeit am Sportplatz

Auch die Familie war an den Sonntagen häufig am Sportplatz, verfolgte Fußballspiele und verbrachte gemeinsame Zeit. Oder sie machten Spaziergänge durch die Felder, „Da habe ich die Getreidesorten von ihm gelernt“, berichtet Gerlinde.

Viel Zeit verbrachte Liebig auch im Garten. Salat, Kartoffeln, Tomaten, Erdbeeren - alles was man brauchte, baute die Familie im eigenen Garten an. „Er stand mit fast 90 noch auf der Leiter und hat Äpfel gepflückt“, schüttelt Gerlinde den Kopf über ihren Vater. 

Der 103-Jährige ist auf seinem Zimmer und im Flur mit dem Rollator unterwegs, nur für längere Wege ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. „Der Sport hat ihn fitgehalten“, ist sich Gerlinde sicher.

Tischtennis war sein Lieblingssport

Auch zur Arbeit ist Liebig immer mit dem Fahrrad gefahren. Bei Wind und Wetter ging es nach Bad Hersfeld, wo er bei der Firma Rechberg in der Weberei arbeitete. Nach der Schließung der Firma arbeitete er in Asbach bei der Firma Schaffert.

Oskar Liebig ist in Freistadt in Niederschlesien geboren und arbeitete dort in einer Schuhfabrik, bis er ins Militär eingezogen wurde. In der Kriegsgefangenschaft lernte er das Tischtennisspielen – eine Leidenschaft, die ihn bis heute nicht loslässt. 

Ein wenig ungläubig betrachtet er heute ein Bild von sich im SVA-Trikot. Der Sport hat ihm schon den ein oder anderen Auftritt in der Zeitung verschafft. Die Artikel hat seine Tochter aufgehoben und auch wenn Liebig jetzt eine Zeitung findet, blättert er sie gerne mal durch – am liebsten natürlich den Sportteil. lh

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