Neue Aufgabe für Pfarrerin Scheer

Telefonseelsorge: Den Zuhörern zuhören

Arbeitet sich schon mal in das neue Arbeitsfeld Telefonseelsorge ein: Pfarrerin Dagmar Scheer verlässt die Stadt- und Johanneskirchengemeinde Bad Hersfeld und ist ab März bei der Telefonseelsorge in Fulda tätig. Foto: Christine Zacharias

Pfarrerin Dagmar Scheer aus Bad Hersfeld wird Leiterin der Telefonseelsorge in Fulda.

Wie sich die Mischung aus Vorfreude auf eine neue Aufgabe und Traurigkeit über viele Abschiede anfühlt, das erlebt Dagmar Scheer seit Wochen. Die Pfarrerin der Stadt- und Johanneskirchengemeinde wird Ende Februar verabschiedet und übernimmt dann neue Aufgaben als Leiterin der Telefonseelsorge in Fulda.

So ganz leicht gefallen ist ihr diese Entscheidung nicht. Denn sie liebt die Stadtkirche, diesen Kirchenraum, der sowohl großartig ist als auch heimelig. Und sie mag die ganz normale Gemeindearbeit, das Predigen, die Gespräche mit Menschen mit ganz unterschiedlichen Anliegen, die Begleitung der Konfirmanden und die Projekte, mit denen ein „gutes und verlässliches Team“ an der Stadt- und Johanneskirche gemeinsam mit vielen anderen Kollegen immer wieder aufgebrochen ist, um neue Ideen zu entwickeln, mit denen Menschen angesprochen und für die Kirche gewonnen werden sollten.

Doch Dagmar Scheer wusste, dass ihre halbe Stelle spätestens im Sommer 2024 gestrichen werden würde. Und weil sie mit derzeit 55 Jahren zu jung ist, um dann schon in Ruhestand zu gehen und weiterhin auf einer halben Stelle arbeiten möchte, war es für sie eine glückliche Fügung, als sie die Ausschreibung der Telefonseelsorge entdeckte und dann diese Stelle auch erhielt. Mit dem Zug ist man in einer halben Stunde in Fulda, vom Bahnhof sind es drei Minuten bis zu den Räumen der Telefonseelsorge, das lässt sich gut mit ihrem Leben in Friedlos und mit der Familie koordinieren, ist Scheer überzeugt. Und in Friedlos will sie weiterhin bleiben, nicht zuletzt, weil ihr Mann dort Pfarrer ist.

"Von Seelsorge verstehe ich was"

Auch bei der Leitung der Telefonseelsorge wird Dagmar Scheer im Team arbeiten, einem multiprofessionellen Team aus Sozialpädagogen und Theologen. Das ist ihr wichtig. „Von Seelsorge verstehe ich was, bei den anderen Aufgaben brauche ich nette Menschen, die mich mitnehmen und mich beim Einarbeiten unterstützen“, sagt Scheer. Sie wird zuständig sein für die Betreuung der etwa 80 Ehrenamtlichen und für deren Supervision. Aber zu ihren Aufgaben wird auch die Repräsentation der Telefonseelsorge, das Netzwerken und eine ganze Menge Büro- und Verwaltungsarbeit gehören. Träger der Telefonseelsorge ist in Fulda der evangelische Kirchenkreis, aber natürlich wird eng mit der katholischen Kirche zusammengearbeitet.

„Telefonseelsorge ist eine spannende Aufgabe“, ist Dagmar Scheer überzeugt. Für Menschen da zu sein, die sich nicht (mehr) an offizielle Türen trauen, ihnen zuzuhören, vielleicht auch helfen zu können, daran will sie gerne beteiligt sein.

Ihre halbe Stelle bei der Stadt- und Johanneskirchengemeinde soll übrigens bis zum Jahr 2024 noch einmal besetzt werden. Dagmar Scheer ist zuversichtlich, dass sich eine gute Lösung finden wird.

Der Verabschiedungsgottesdienst für Dagmar Scheer findet am 23. Februar ab 14 Uhr in der Stadtkirche statt.

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