Auch Ratten werden angelockt

Tauben füttern verboten: Stadt Bad Hersfeld weist auf Probleme hin

Ein Ärgernis: Aggressiver Taubendreck. Foto: Stadt Bad Hersfeld/nh

Bad Hersfeld. Immer wieder füttern Bürger in der Innenstadt Tauben. Die Stadt Bad Hersfeld will gegen falsch diese verstandene Tierliebe vorgehen. 

Das Füttern sei nicht nur gesetzlich verboten, sondern schaffe jede Menge Probleme.

Im öffentlichen Raum wird meist privates Futter verstreut, heißt es. Zum Teil werde aber auch das von der Stadt gekaufte Taubenfutter, das eigens für den Taubenturm am Stadtring vorgesehen ist, dort unrechtmäßig entnommen und in der Innenstadt unter Bänke, in Hecken und auf das Pflaster gestreut, zum Beispiel in der Breitenstraße oder rund um die Stadtkirche.

„Die Tauben tragen mit ihrem aggressiven Kot selbst schon zur Verunreinigung der Stadt bei und schädigen privates und öffentliches Eigentum“, so Stadtsprecher Meik Ebert. „Eine weitere Folge: Wo Tauben sind, kommen auch die Ratten, die ebenfalls durch das Futter angelockt werden.“ Davon könnten die Mitarbeiter der Grünanlagenkolonnen regelmäßig „ein Lied singen“. „Wenn sie in der Nähe Hecken oder Sträucher gießen, kommen ihnen die Nager gleich im Dutzend entgegen.“

Ebenfalls ein Problem sei die Keimung der Futter-Körner. „Die städtische Pflegekolonne hat dann die Probleme mit dem aufkeimenden Unkraut in den Pflanzflächen und vor allem in den Pflasterfugen. Ein Herbizid-Einsatz ist nicht erlaubt und ein Abflammen des Unkrautes bringt nur mäßigen Erfolg, da es regelmäßig wiederholt werden muss und auch nicht überall möglich ist.“ Um der Unkrautentwicklung vorzubeugen, müsse das Vogelfutter mit Hilfe von Blasgeräten, Kehrmaschinen und Besen beseitigt werden. Das sei zeitaufwändig und binde Kräfte, die an anderer Stelle dringender benötiget würden.

Untergaben würden darüber hinaus die städtischen Bemühungen im Taubenprojekt. Im besagten Taubenturm in der Grünanlage zwischen Dudenstraße und Schillerplatz werden die Tauben betreut und artgerecht mit Futter versorgt. „Die Stadt versucht mithilfe von Partnern, durch räumliche Konzentration, den Austausch von Eiern und anderen Maßnahmen auf die Taubenpopulation in der Kernstadt Einfluss zu nehmen“, erklärt Ebert.

Seit 2007 ist in Bad Hersfeld das Füttern von Wildtauben oder verwilderten Haustauben im öffentlichen Raum verboten. Die städtische Gefahrenabwehrverordnung untersagt das Auslegen oder Austreuen von Futter- und Lebensmitteln zu diesem Zweck. Bei Zuwiderhandlung wird diese Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen zwischen fünf und 5000 Euro geahndet. Zuständig ist hier der städtische Fachbereich Ordnungsdienste (Am Markt 16).

Wer andere beim Taubenfüttern erwischt, sollte die Fütterer auf ihr Fehlverhalten ansprechen oder sie bei der Ordnungsbehörde melden. Ansprechen will die Stadt aber auch diejenigen, die bisher gezielt im Stadtgebiet Futter ausgebracht haben. Ihnen biete sich die Möglichkeit, aktiv am Runden Tisch des Taubenprojektes mitzuarbeiten. Ansprechpartnerin ist Chanda Heß, 0 66 21 / 20 13 12, chanda.hess@bad-hersfeld.de. (red/nm)

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