Videoüberwachung wird so verhindert

Tarnkappe für die Kameras im Bad Hersfelder Stiftsbezirk

+
Sorgen für Unmut: Die sogenannten Multimediastelen im Bad Hersfelder Stiftsbezirk. „Tarnkappen“ könnten die Kameras verdecken.

Die Videokameras in den Multifunktionsstelen im Bad Hersfelder Stiftsbezirk werden mit einer Art Tarnkappe zugedeckt und unsichtbar gemacht.

Die Überwachungsfunktion in den Masten, die auch über Beleuchtungselemente, Lautsprecher und WLAN-Verstärker verfügen, durch eine Blende „abzuschalten“, erschien der Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses als akzeptable Lösung. Nur Andrea Zietz (Die Grünen/NBL) stimmte gegen den Vorschlag.

Zietz berief sich auf den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, dass die umstrittenen und vom Rathaus eigenmächtig installierten Kameras, die bisher nur während des Hessentages im Einvernehmen mit der Polizei eingeschaltet waren, wieder ausgebaut werden sollten.

Die Mehrheit der Parlamentarier sah das Thema differenzierter. Die vergleichsweise günstigen Kunststoff-Blenden decken die Kameras vollständig ab, die bei teurem Aus- und denkbarem Wiedereinbau immer neue kalibriert werden müssten.

Weil mittlerweile das alljährliche Weinfest aus dem Kurviertel in den Stift verlegt wurde und die Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiele mit hohem Prominentenaufkommen möglicherweise eine Videoüberwachung rechtfertigen, schien der Komplett-Verzicht nicht die beste Lösung zu sein. „Wir gehen mit“, erklärte CDU-Fraktionschef Andreas Rey, und Michael Barth (FWG) wagte den „Blick in die Zukunft“. Auch bei der SPD gab es am Ende keinen Widerstand gegen die Tarnkappen. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag.

Von Karl Schönholtz

Kommentare