Setzlinge zerstört

Tannen trotzen Trockenheit im Kreis: Weihnachtsbaumpreise bleiben stabil

Ein Klassiker zu Weihnachten ist die Nordmanntanne: Das wissen auch Markus Wenzel (von links) und Rene Behrens vom Gartenmarkt Wenzel in Unterhaun, die eine solche schon mal notdürftig geschmückt haben.
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Ein Klassiker zu Weihnachten ist die Nordmanntanne: Das wissen auch Markus Wenzel (von links) und Rene Behrens vom Gartenmarkt Wenzel in Unterhaun, die eine solche schon mal notdürftig geschmückt haben.

Sturm, Trockenheit, Borkenkäfer: Auch die Wälder im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben arg gelitten. Um seinen Weihnachtsbaum muss sich aber niemand sorgen – zumindest noch nicht.

Für den Verkauf bestimmte Weihnachtsbäume werden in der Regel als extra Kulturen angepflanzt, erklärt Kersten Eidam vom Forstamt Bad Hersfeld. Die den „normalen“ Holzeinschlag betreffenden Probleme träfen auf diese deshalb nicht unbedingt zu.

Zudem kommen laut des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger gerade Nordmanntannen mit Trockenheit gut zurecht. Die Nordmanntanne sei mit Abstand der beliebteste Weihnachtsbaum, gefolgt von Blaufichte, Rotfichte und Nobilistanne.

Allerdings seien zuletzt viele frisch gepflanzte Setzlinge kaputt gegangen, wie Sascha Löwenberger berichtet, der in Kirchheim Weihnachtsbäume aus dem Sauerland verkauft. Die Auswirkungen auf Angebot und Preis seien dann erst in einigen Jahren spürbar.

"Die Trockenheit hat viele Kulturen zerstört" 

Bestätigen kann das Jörg Hafermas, der auf dem Biomassehof Rotenburg ebenfalls Bäume aus dem Sauerland anbietet: „Die Trockenheit hat viele Kulturen zerstört.“ Nun müsse nachgepflanzt werden. Ähnlich äußern sich Tanja Pfau vom Pflanzenhof Dickenrück und Markus Wenzel vom Gartenmarkt Wenzel in Unterhaun.

Noch seien die Preise aber stabil und auf dem Niveau des Vorjahres, so die Händler.

Der von Hessen Forst angegebene Mindestpreis pro vollem Meter beträgt für Tannen wie schon im vergangenen Jahr 19 Euro und für Blaufichten 13 Euro. Kiefern sind bereits für acht Euro pro Meter zu haben. Wobei jeder Forstbetrieb je nach Marktlage auch nach oben abweichen könne.

Weihnachtsbäume können selbst geschlagen werden

Zwischen 100 und 200 Leute nutzen laut Kersten Eidam jedes Jahr die Möglichkeit, in einem Revier des Forstamts Bad Hersfeld einen Weihnachtsbaumselbst zu schlagen. In diesem Jahr findet der Termin am Samstag, 14. Dezember, von 10 bis 15 Uhr in der Revierförsterei Landecker Amt statt.

Im Bereich des Forstamts Rotenburg gibt es indes vorerst keinen Weihnachtsbaumverkauf beziehungsweise die Möglichkeit, einen Baum selbst zu schlagen. 

Die vor Jahren angelegte Weihnachtsbaumkultur der Stadt Rotenburg sei auch aufgrund der Extremwettersituation 2018 und 2019 bis auf wenige Exemplare ausgedünnt. „Eine vernünftige Auswahl ist nicht mehr möglich“, so Stefan Brand von der Stadt.

Regionale und makellose Bäume sind gefragt

Eine steigende Nachfrage nach regionalen Bäumen zum Fest registriert in jüngster Vergangenheit der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Der Importanteil gehe zurück. 2018 habe er bei unter zehn Prozent gelegen, wobei die eingeführten Bäume nach wie vor aus Dänemark kamen. 

Vor zehn Jahren sei noch ein Viertel der in Deutschland verkauften Bäume aus dem Ausland gekommen. Gefragt seien eher kleinere Baumgrößen, mit steigendem Anspruch an Makellosigkeit.

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