600 bis 700 Tier werden pro Jahr aufgenommen, versorgt und vermittelt

Tag der offenen Tür im Tiereim: Viele Besucher trotz Regens

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Schmusekatze: Ein Bussi für Corinna Nuhn gab es in der Katzenwelt, wo sie und Tierpfleger Toni Zabel die Schützlinge dem Publikum zeigten.

Bad Hersfeld. Zwischen 600 und 700 Tiere werden pro Jahr im Bad Hersfelder Tierheim aufgenommen, versorgt und vermittelt. Jetzt fand dort der Tag der offenen Tür statt.

Es regnete in Strömen, teilweise sogar wolkenbruchartig, als am Sonntag im Tierheim des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ein Tag der offenen Tür stattfand. Und in Strömen kamen die Besucher, trotz des miserablen Wetters.

Die Organisatoren, der Hersfelder Tierschutzverein und das Mitarbeiterteam des Heimes, freuten sich natürlich mächtig über den Andrang, zumal sie das Programm wie geplant durchzogen. Einzig Bubble Soccer wurde abgesagt, ansonsten standen auf dem Parkplatz vor dem Tierheim einige Aktions- und Verpflegungsstände.

Der Hersfelder Schützenverein bot Schießübungen mit Lasergewehren an und wie in jedem Jahr war die Stadtjugendpflege dabei und sorgte für Kinderbelustigung. Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen besucht jeden Freitag das Tierheim, um dort tatkräftig zu helfen.

Für den Verein für Umweltbildung und Greifvogelhilfe informierten Berit und Stefan Braun, die einen Mäusebussard, einen Rotmilan und einen Uhu mitgebracht hatten.

Stündlich wurden Führungen vom Tierheimleiter Andreas Rümmler und dem Pflegerteam Toni Zabel und Emma Göltner angeboten. Kaum war ein solcher Rundgang mit etwa 50 Besuchern zu Ende, stand vor dem Eingangstor die nächste Schar in ähnlicher Größe.

Die Hunde in den Zwingern begrüßten die Gäste stets mit freudigem Gebell und es kam zu liebevollen Blickkontakten zwischen Mensch und Tier – auch in den fünf Katzenwelten. Überhaupt bot sich manche nette Szene, zum Beispiel fand Heimmitarbeiter Uwe Haberland sein Steak nicht mehr vor, als er sich wieder auf seinen Platz setzen wollte. Das hatte ihm mittlerweile der gierige Kater King stibitzt.

„Es ist ein wichtiger Tag für uns, um auf uns aufmerksam zu machen. Wir brauchen Unterstützung“, sagte der Vereinsvorsitzende Michael Bena. Dass Tiere an diesem Tag gleich rausgegeben werden, sei nicht der Sinn der Veranstaltung, erklärte er und fügte an: „Wir wollen das Interesse an den Tieren und an den Möglichkeiten, unsere Arbeit zu unterstützen, wecken.“ Denn die Mitgliederzahl des Vereins sei zu gering, um die Kosten des Heimes zu decken. Das einzige Tierheim im Kreisgebiet sei für rund 120 000 Einwohner zuständig und habe laufende Kosten jährlich von etwa 200 000 Euro.

Doch die Zuschüsse der eigentlich verantwortlichen Gemeinden und des Kreises betragen nur 35 000 Euro, beklagte Bena. „Die jährlich fehlenden Gelder bestreiten wir durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen. Wir brauchen mehr von allem, damit wir das Tierheim noch viele Jahre weiter betreiben können“, stellten er und Beisitzer Frank Krökel fest. Dass ein Engagement so wichtig ist, zeigen die Bilanzen. Zwischen 600 bis 700 Tiere werden pro Jahr aufgenommen, versorgt und vermittelt. Hunde, Katzen, Vögel, Kleintiere und auch mal Ziegen sind dabei.

Zurzeit befinden sich im Heim elf Hunde und 40 Katzen. Die Besucher konnten sich auch über den geplanten Bau eines neuen Kundencenters informieren. Sogar eine Hunde-Waschanlage ist geplant.

Von Vera Hettenhausen

Tag der offenen Tür im Bad Hersfelder Tierheim

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