Zum 8. Februar: Überraschung unter Wasser und in luftiger Höhe

Tag des Heiratsantrags: So stellten Männer aus Hersfeld-Rotenburg die Frage aller Fragen

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Linda und Julian Odeh aus Bad Hersfeld gaben sich am 27. Juli 2017 das Ja-Wort. Den Heiratsantrag gab es im Frankreich-Urlaub - und zwar im Pool.

Im Urlaub am Strand, zu Hause im Wohnzimmer oder vor großem Publikum: Heute ist Tag des Heiratsantrags - wir haben unsere Leser gefragt, wann und wo um ihre Hand angehalten wurde.

Spontan, romantisch, stressig: Die Frage aller Fragen kann Mann in den unterschiedlichsten Varianten stellen. Das haben einige unserer Leser erlebt:

Blutend unter Wasser

Schmerzvoll und romantisch war der Moment des Heiratsantrags für Sabina Guthke aus Bad Hersfeld. Sie war mit ihrem Freund Patrick in der Dominikanischen Republik im Urlaub. Zum Geburtstag bekam sie von ihm einen Schnorchelausflug geschenkt. Dabei kam ihr Freund ihr entgegengetaucht und hielt in der einen Hand ein Schildchen mit der Aufschrift „Will you marry me?“ und in der anderen eine Angelschnur, an der der Verlobungsring befestigt war.

Unter Wasser: Patrick Guthke hielt beim Schnorcheln in der Dominikanischen Republik um die Hand seiner Freundin Sabina an. 1 Foto: Sabina Guthke, 1 Foto: Taxifahrer aus Kuba

„Als ich unter Wasser Ja sagte, trat ich beherzt gegen eine Koralle. An Land angekommen, sahen alle zunächst nur das Blut am Bein und kamen angerannt, und dann aber doch den Ring am Finger“, erzählt die heute 37-Jährige. „Wir stießen, wie dort üblich, mit Rum an und heirateten ein Jahr danach. Das Schildchen steht noch immer in der Vitrine, der Ring ist am Finger und das Bein verheilt! Unser Sohn wird bald zwei und Rum mag ich noch immer nicht.“

Der 9.9.1999

Manche Daten sind für Hochzeiten ganz besonders beliebt: So auch der 9.9.1999. Im Radio hörten Marc und Sonja Käufer aus Rotensee auf der Fahrt nach Hause, dass fast alle Standesämter für diesen Tag ausgebucht seien. „Ich erzählte daraufhin, dass wir Mädels in der Schulzeit uns alle vorgenommen hatten, an diesem Tag zu heiraten – und da nun wohl doch niemand von uns Hochzeit feiert.“ 

Festtag am 9.9.1999: Marc und Sonja Käufer bei ihrer standesamtlichen Trauung. 

Zu Hause angekommen ging Marc kurz telefonieren. „Schatz, es wäre noch ein Termin frei, wollen wir?“ – „Was denn?“ – „Na, heiraten!“ – „Bitte was?! Wann? Wie?“ – „Gib mir eine Antwort, die Standesbeamtin ist noch am Telefon.“

„Was soll ich sagen, die Ehe hält heute noch“, sagt die 40-Jährige.

Genervt am Telefon

Wenig begeistert war Iris Piper, als sie im November 2016 einen Anruf von einer Standesbeamtin aus Friedewald bekam. Die schien erst mal irritiert zu sein, dass Iris, die damals noch Hübler hieß, fließend Deutsch sprechen konnte und verlangte zweimal, mit eben dieser Frau Hübler zu sprechen – denn die wurde auf Malta geboren. „Da war ich schon etwas genervt und hab ihr zu verstehen gegeben, dass ich sie gut verstehen kann.“

Als die Standesbeamtin überzeugt war, dass sie wirklich mit Frau Hübler sprach, fing sie sogleich an, ihr zu erklären, was für Papiere sie alles brauchen würde und das sie mit der maltesischen Botschaft Kontakt aufnehmen müsse – für eine Hochzeit. „Ich wusste nicht, was die Dame von mir wollte. Eine Hochzeit stand eigentlich noch nicht im Raum bei uns.“ Nach langem Hin und Her sagte die Frau dann, dass Frau Hübler doch diejenige sei, die heiraten wolle, damit das Kind, mit dem sie schwanger war, den gleichen Namen wie beide Elternteile habe und „ohne Probleme hier leben“ könne. Daraufhin gab ihr die Ahnungslose zu verstehen, dass sie ganz normal in Deutschland arbeite, Steuern zahle, wählen gehe und dafür noch nie irgendwelche Papiere gebraucht habe – und von einer Hochzeit nichts wisse.

Bei der kirchlichen Hochzeit schon zu dritt: Iris und Lars Piper mit Sohn Ole. Foto: Susanne Heimroth/nh

„Als Lars nach Hause kam, war ich immer noch tierisch genervt und fragte ihn, ob er die Frau aus der Verwaltung kennt.“ Und ja, es war eine Bekannte von ihm. Nach einer langen Pause seufzte ihr heutiger Mann und sagte: „Mist“. Die Unterstellung, sie wolle heiraten um „gesichert“ zu sein, gefiel Iris gar nicht. Als ihr Mann mit einem Blumenstrauß aus dem Flur kam und auf die Knie ging, war sie „irgendwie immer noch so stinkig, dass ich erst mal aus der Wohnung gegangen bin, um einmal um den Block zu laufen“. Als sie zurückkam, kniete Lars immer noch. Und sie sagte Ja.

Er hatte sich nur erkundigen wollen, was für eine Hochzeit alles zu beachten sei und war dann per Handy nicht zu erreichen gewesen – deswegen rief die Standesbeamtin auf dem Festnetz an. Sie war übrigens auch die, die dann die Trauung übernahm. „Und sie ist durchaus eine freundliche Person“, weiß Iris Piper heute.

Feuerwehrübung

Etwas ganz Besonderes ließ sich der Rotenburger Feuerwehrmann Sven Scharringhausen, der damals noch Gödde hieß, einfallen. Während einer Übung des Löschzugs der Rotenburger Feuerwehr ließ er sich mit der Drehleiter vor den Balkon im dritten Stock der gemeinsamen Wohnung bringen. Dort stand schon die durch den Lärm aufgeschreckte Anja Scharringhausen mit Töchterchen. 

Ihr Ja-Wort wurde von den Feuerwehrkameraden mit einem dreifachen „Gut Schlauch“ gefeiert. „Es war das erste Mal, dass das ein Feuerwehrmann im Landkreis gemacht hat“, sagt Sven Scharringhausen. (czi)

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