Neujahrsempfang in Bad Hersfeld

Sven Fischer bei der CDU: „Quälerei gehört dazu“

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Sven Fischer (links) im Gespräch mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Timo Lübeck.

Der ehemalige Biathlet Sven Fischer war Gast beim Neujahrsempfang der CDU Hersfeld-Rotenburg. Dabei ging es um Sport und Politik.

Treffsicher schießen – das kann der vierfache Olympiasieger und Biathlet Sven Fischer aus Thüringen. Wer aber am Abend des politischen Bebens im Nachbarbundesland Sperrfeuer beim CDU-Neujahrsempfang erwartet hatte, der wurde zunächst enttäuscht. Denn der Sport stand im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei zeigte sich der CDU-Kreisvorsitzende und Moderator Timo Lübeck erstaunlich gut informiert – sogar über Wintersport.

Bad in der Menge: Nach der Diskussion nahm sich Sven Fischer viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Fans.

Nur ganz am Anfang hatte Landrat Dr. Michael Koch in einem kurzen Grußwort eingeräumt, „dass einem beim derzeitigen Blick nach Thüringen ganz anders werden kann.“ Danach wurde aber unterhaltsam über „Suhler Unterlader“ und „Schaftrepetierer“ geplaudert.

Sven Fischer, der nach seiner sportlichen Karriere als Fernsehkommentator arbeitet, erlaubte den rund 150 Zuhörern in den Räumen von Intersport Sauer fachlich-fundierte Einblicke. „Man muss lernen, mit dem Leistungsdruck umzugehen“, sagte er, und räumte ein, in seiner Karriere trotz großer Erfolge oft Existenzangst gehabt zu haben. „Das muss einen aber motivieren und darf nicht hemmen“, sagte er.

Das Training im Biathlon sei so hart, dass manche Trainer eigentlich verklagt werden könnten. „Aber die Sportler machen das ja freiwillig, und Quälerei gehört dazu“, sagte er. In einer technischen Sportart wie Biathlon sei aber immer auch Tüftelei wichtig, um das Beste aus dem Material zu holen – „und dafür braucht man ein Team.“

Immer wieder betonte Fischer das Verbindende des Sports und berichtete über seine vielen freundschaftliche Kontakte gerade auch zu ausländischen Athleten. „Im Biathlon schießt man nebeneinander – nicht aufeinander!“ Dieser sportliche Teamgeist half Sven Fischer nach der Wende, in einem gesamtdeutschen Team zu bestehen. „Ich war nie der Quotenossi“, stellte er klar. Im Sport zähle allein die Leistung, „dann gibt es auch keine Gräben“. Er selbst sei in der Wendezeit „kein Revoluzzer“ gewesen, habe aber bei häufigen Aufenthalten in Leipzig viele von den Montagsdemonstrationen miterlebt.

Umso befremdlicher sei die aktuelle Situation in Thüringen, sagte Fischer und ging damit doch noch auf das aktuelle Politbeben ein. „Teilen will heute nur noch der, der nichts hat“, beklagte er. Dabei seien gerade jetzt Zusammenhalt und Anpacken wichtig. „Erst nach getaner Arbeit darf man auch stolz und nationalbewusst sein“, mahnte Fischer treffend. Aber zielsicher war er ja schon immer ...

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