Hanföl und Kokoshappen

Südkoreanische Abgeordnete besuchen Ölmanufaktur Waldhessen in Bad Hersfeld

Zufriedene Gesichter: Bei der Verkostung der Öle durften sich die südkoreanischen Gäste durch das gesamte Sortiment der Ölmanufaktur durchprobieren. Foto: Böhnert

Bad Hersfeld. Ob frische Öle, Mehle oder Muse, Anette Herbst setzt vor allem auf Nachhaltigkeit sowie auf umweltfreundliche und regional bedachte Produktion.

Ihre Waren stellt die Betreiberin der Ölmanufaktur Waldhessen deshalb ausschließlich im schonenden Rohkostverfahren her. Die Welt ein Stück besser machen: Das ist ihr Ziel.

Daran sind auch die Abgeordneten des Bundesamtes für Landwirtschaft aus Südkorea interessiert, die das kleine Unternehmen in Bad Hersfeld besuchten. „Auch in Südkorea kämpfen wir mit dem Problem der Massenproduktion. Deshalb wollen wir die umweltschonenden Techniken auch bei uns integrieren“, erklärt der Dolmetscher der Gruppe. In ihrem Land gäbe es solche Produktionsverfahren noch nicht, weshalb die Gäste bei der Besichtigung der Mühle sofort ihre Kameras zückten und viele Fragen stellten.

Doch auch bei der Verkostung der vielen Öle war das Interesse nicht zu klein. Gespannt probierten sich die südkoreanischen Gäste durch das Sortiment der Ölmanufaktur: Von Sonnenblumenkern- und Kürbiskernöl über Leinöl, bis hin zu ausgefallenen Varianten wie Haselnuss-, Hanf- und Schwarzkümmelöl – die Geschmacksnerven wurden nicht enttäuscht. Auch die selbstgemachten Häppchen kamen gut an, natürlich aus hauseigenen Produkten hergestellt. Ob Salat aus roten Linsen, verfeinert mit Leindotteröl oder Frischkäseaufstrich aus Hanföl und Hanfsaaten: Es wurde eifrig probiert und nach den Rezepten gefragt. Zum Nachtisch gab es dann die kleinen Kokoshappen aus selbst hergestelltem Kokosmehl.

Der Besuch aus Südkorea war jedoch nicht der erste seiner Art: Schon 2015 besuchte eine Gruppe junger Stundenten aus Hwaseong die Ölmanufaktur von Anette Herbst.

Auch Landrat Dr. MichaelKoch war bei der Veranstaltung dabei und sprach über die Planung einer möglichen Partnerschaft der südkoreanischen Grenzstadt Hwaseong mit Bad Hersfeld. An Deutschland besteht ein reges Interesse seitens der Asiaten, unter anderem auf Grund der Teilung des Landes: Der koreanische Verein für Wiedervereinigung sieht in Deutschland ein Vorbild.

Aber auch in kultureller Sicht sei eine Partnerschaft sehr interessant, zum Beispiel für Schulprojekte und Vereinsfahrten. Ob solche Projekte realisierbar sind, wird sich zeigen, der Besuch aus Süd-Korea war jedoch bestimmt nicht der Letzte. (lb) 

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