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Streit um die Sportförderung in Bad Hersfeld

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Bad Hersfeld - Zum wiederholten Male stand am Dienstag im Stadtverordnetenausschuss für Soziales und Sport die Förderung der örtlichen Sportvereine auf der Tagesordnung,

Bad Hersfeld – Bernd Wennemuth hatte die Nase voll. „Ich bin nicht mehr bereit, noch einmal über dieses Thema zu reden.“ Auch Bürgermeister Thomas Fehling war genervt: „Gibt es nun ein Ergebnis oder nicht? Wenn nicht, wird der Magistrat in seiner Weisheit eine Entscheidung treffen.“

Zum wiederholten Male stand am Dienstag im Stadtverordnetenausschuss für Soziales und Sport die Förderung der örtlichen Sportvereine auf der Tagesordnung, und ein weiteres Mal drohte das Streitthema in fruchtlosen Diskussionen zu versanden.

Hintergrund ist die erklärte Absicht der Stadt, den mit rund 145.000 Euro gefüllten Fördertopf nicht mehr pauschal nach Mitgliederzahlen zu verteilen, sondern jene Vereine zu unterstützen, die Jugendarbeit betreiben und eigene Anlagen unterhalten müssen.

Aus diesem Grund hatte eine Arbeitsgruppe vor knapp zwei Jahren ein Punktesystem entwickelt, das diese und andere Kriterien berücksichtigte. Kritik war beispielsweise vom Fußballklub SG Hessen Hersfeld laut geworden, der seine Jugendabteilungen in die Spielgemeinschaft JFV ausgegliedert hatte. Aber auch andere Vereine, die sich durch die Punkteregelung benachteiligt sahen, hatten sich zu Wort gemeldet.

Silvana Wohlgemuth, die im städtischen Fachbereich Generationen für den Sport zuständig ist, hatte deshalb bei der jüngsten Sitzung der versammelten Hersfelder Sportvereine – 32 von 48 hatten teilgenommen – ein mehrheitlich ablehnendes Votum notiert. Sie kündigte deshalb im Ausschuss die Vorlage einer modifizierten Regelung an, in der nun auch die Seniorenarbeit stärker als bisher berücksichtigt werden sollte.

Wohlgemuths Erkenntnisse standen allerdings im Widerspruch zu den Eindrücken, die die FWG-Fraktion bei insgesamt fünf Veranstaltungen mit Vereinsvertretern gewonnen hatte. Michael Barth berichtete, der Widerstand der Clubs richte sich alleine gegen das „Kill-Kriterium Jugendarbeit“. Ansonsten müsse man am System nur ein wenig feilen, um eine größere Akzeptanz zu erreichen. Barth räumte allerdings ein, dass die Schnittmengen unter den Vereinen gering seien – etwa zwischen Fußballern und Schachklub.

Kurz vor dem „Offenbarungseid“, der die schon geleistete Arbeit am Punktesystem für nichtig erklärt hätte (Karsten Vollmar, SPD), kam der Vorschlag auf den Tisch, die Vereine mit Fristsetzung zu kritischer Stellungnahme aufzufordern. Dann soll die Punktereglung ein letztes Mal überarbeitet und beschlossen werden.

Damit einher ging die Aufforderung an die Klubs, ihre Kontaktdaten über das städtische Vereinsportal zu aktualisieren.

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