Der Neue im Hersfelder "Stern"

Sternekoch Henrik Weiser: Mit wenig das Beste

Der neue Mann in der Gourmet-Küche: Sterne-Koch Henrik Weiser tritt am 1. Mai seine neue Arbeitsstelle als Chef im „L’étable“ in Bad Hersfeld an. Foto: Karl Schönholtz

Bad Hersfeld. Mit wenig das Beste: Das ist die Devise von Henrik Weiser, dem neuen Chefkoch im Bad Hersfelder Gourmetrestaurant "L'étable".

Vor ein paar Wochen war Henrik Weiser schon mal in Bad Hersfeld und schlüpfte im Feinschmeckerrestaurant „L’étable“ in die Rolle des Gastes. Was der Sterne-Koch bei dieser Gelegenheit auf dem Teller vorfand, stimmte ihn zuversichtlich: „Das war so gut, dass ich wusste: Ich muss hier nicht gleich alles verändern.“

Wenn Weiser am 1. Mai seine neue Arbeitsstelle als Küchenchef im „L’étable“ antritt, dann kann er also behutsam vorgehen. „Das ist ein Prozess, der muss sich entwickeln“, sagt er und will das gemeinsam mit der bestehenden Mannschaft tun („Das ist mir wichtig.“). Mit dem ersten von ihm kreierten Menü ist dann Mitte des Monats zu rechnen.

Der 43-jährige Familienvater aus der Gegend um Lörrach steht wie sein Vorgänger Patrick Spies für eine verständliche, transparente Küche. „Ich arbeite geradlinig und sehr produktbezogen“, beschreibt er seinen Stil, „und will mit wenig das Bestmögliche erreichen.“

Als Referenz nennt er den „leicht geräucherten Wandersaibling mit Nussbutterschaum, Imperial Kaviar und Kartoffel-/Blumenkohlstampf“ und lächelt verschmitzt: „Das hört sich unspektakulär an, ist aber spektakulär“.

Weiser war Küchenchef im Gasthof „Traube“ in Efringen-Kirchen, erkochte sieben Jahre lang einen Michelin-Stern und 17 Punkte im Gault Millau und war 2015 Anwärter auf den zweiten Stern, bevor das Restaurant aus familiären Gründen geschlossen wurde.

Zuletzt hatte er für verschiedene, größere Unternehmen gearbeitet, doch die Liebe zur vorherigen Art der Gastronomie nicht verloren. Im süddeutschen Raum fand sich für ihn jedoch nichts Passendes.

Achim Kniese, Weisers Chef im Romantik-Hotel „Zum Stern“ ist froh, „keinen jungen Springinsfeld, sondern einen gestandenen Mann“ für die Küche im „L’étable“ und die Kochwerkstatt gefunden zu haben. Das war aus verschiedenen Gründen gar nicht so einfach. Am Ende hat eine Personalvermittlung (Kniese: „Auf gut Deutsch ein Headhunter“) den Kontakt zwischen Weiser und Bad Hersfeld hergestellt.

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