Im L’étable in Hersfeld hat es "nicht mehr gepasst"

Sterne-Koch Patrick Spies aus Eiterfeld will in der Region bleiben

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Sternekoch Patrick Spies aus Eiterfeld will auch nach seiner Auszeit in der Region bleiben und seinen Gästen den Spaß am Essen vermitteln. Foto:

„Mein Lehrling ist jetzt mein Chef“, schmunzelt Sterne-Koch Patrick Spies, der nach acht Jahren das Bad Hersfelder Gourmetrestaurant „L’étable“ verlassen hat.

In einer Privatklinik in Zürich steht er einem Freund, der einst bei ihm lernte, am Herd zur Seite, weil dessen Stellvertreterin Babypause macht.

Spies genießt die Auszeit, die geregelten Arbeitszeiten und den fehlenden Stress. Doch der Abstecher in die Schweiz soll ihm nur zur Neuorientierung dienen. „Meine Heimat ist meine Heimat“, sagt der Eiterfelder, der der Region erhalten bleiben möchte. Es gebe Ideen und Gespräche, im Moment allerdings noch nichts Spruchreifes. Doch der Raum Fulda, also Osthessen, das soll es sein.

Patrick Spies ist jetzt 39 Jahre alt. Seit zwölf Jahren kocht er auf höchstem Niveau, durchgehend mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Bis Ende 2018 übte er seine Kunst im „L’étable“ aus, „bis zum letzten Tag“, wie er betont, Silvester habe er auf dem Linggplatz gefeiert. Deswegen ist der neuerlich verliehene Stern (unsere Zeitung berichtete) auch seiner, wobei Spies die „tolle Unterstützung“ des Küchenteams um Konstantin Kaiser ausdrücklich würdigt.

Dass sich die Wege des Eiterfelders und die des „L’étable“ getrennt haben, begründet Spies mit der schlichten Feststellung, es habe „nicht mehr gepasst“.

Jetzt will er den Kopf freibekommen, über sich und seine Arbeit neu nachdenken und dann eine neue Stelle als Küchenchef antreten. Ob es unbedingt ein Sterne-Restaurant sein muss, lässt Spies erst einmal offen. „Mir ist es wichtiger, den Spaß am Essen zu vermitteln. Das fällt mitunter leichter, wenn es nicht ganz so gezwungen ist“, sagt er und vertritt damit eine Philosophie, die er sich auch schon zu Beginn seines Engagements in Bad Hersfeld zu eigen gemacht hatte. Schwellenängste will er seinen Gästen nehmen, will mit ihnen auf Augenhöhe über das sprechen, was in seiner Küche produziert und auf dem Teller gefällig arrangiert wurde. Und vielleicht läuft es diesmal so, dass er erst klein anfängt und dann wieder einen Stern holt. „Das traue ich mir auf jeden Fall zu, denn ich bin jetzt auch viel gefestigter.“

Den direkten Austausch mit den Gästen hat er auch in seiner Kochschule gepflegt. „Das war super und hat mir viel Spaß gemacht. Das will ich auch weiter verfolgen.“ Er hat Gefallen an der Zusammenarbeit mit dem HR-Fernsehen gefunden. In dieser Rolle kann man ihn übrigens schon bald wieder in Bad Hersfeld erleben: Während des Hessentages im Juni kocht Patrick Spies im HR-Zelt.

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