Kulinarisches Dorf

Standbetreiber an Dippelstraße und Vogelsang kritisieren Organisation des Hessentags

+
Nicht im Plan aufgeführt: Das „kulinarische Dorf“ in der Straße Vogelgesang ist im Hessentags-Plan nicht gesondert aufgeführt. Auch deshalb, so kritisieren die Beschicker dort, seien dort kaum Besucher. 

Hunderttausende Besucher waren in den vergangenen Tagen beim Hessentag und schlenderten an rund 200 Ständen vorbei. Doch nicht alle Beschicker sind zufrieden.

Kritik gibt es vor allem im Vogelgesang und an der Dippelstraße zu hören.

„Das hier ist eine Nebenstraße, es ist nichts ausgeschildert und ab 19.30 Uhr herrscht Totenstille – trotzdem müssen wir bis 23 Uhr geöffnet haben“, klagt ein Crêpes-Verkäufer am Vogelgesang, der anonym bleiben möchte. Nach zehn Tagen Hessentag, so hofft er, wird er „plus minus Null“ nach Hause fahren.

Auch Volker Rettke, Vertriebspartner von Jemako, der mit Kollegen einen Stand am Vogelgesang betreibt, übt Kritik an der mangelnden Beschilderung. Viel Betrieb sei nicht in der Straße, sagt er. „Und trotzdem müssen wir bis 23 Uhr geöffnet haben – auch wenn nichts mehr los ist.“ Für die Besucher sei auch nicht ersichtlich, wo die Hessentagsstraße entlang führe, sagt eine von Rettkes Mitarbeiterinnen.

„Wir fühlen uns wie auf dem Abstellgleis“

Die Lücken auf der Hessentagsstraße seien zu groß, der Vogelgesang sei eher Durchgangsstraße vom und zum Bahnhof. „Wir fühlen uns hier wie auf dem Abstellgleis, die Straße ist nicht schön, sie hat einen Hinterhof-Charakter“, kritisiert die Verkäuferin.

Schon mehrfach seien Hinweise an die Stadtverwaltung gekommen, dass die Beschilderung nicht ausreichend sei, sagt Hessentagssprecherin Kerstin Kleine. „Jedem Hinweis ist nachgegangen worden und wir haben nachgerüstet.“ Allerdings: Immer mal wieder würden auch Schilder nahe des Bahnhofs gestohlen. 

Die Hessentagsstraße sei mittlerweile an bestimmten Stellen durch Pfeile auf dem Asphalt noch deutlicher ausgewiesen worden, um den Verlauf anzuzeigen, so Kleine.

Das Dorf ist in den Plänen nicht aufgeführt

„Allein gelassen und verärgert“ fühlen sich die Standbetreiber im „kulinarischen Dorf“ am Ende des Vogelgesangs. Als Dorf sei es den Beschickern verkauft worden, doch in Plänen sei es gar nicht aufgeführt, sagt der Betreiber eines Getränkestands. 

Nahe gelegene Wege würden ab etwa 20 Uhr geschlossen, obwohl die Stände bis 23 Uhr täglich offen sein müssen. 4400 Euro zahle er Standmiete, 175 Euro für Strom und das Gehalt für die Angestellten komme hinzu: Gehe es so weiter, mache er am Ende einen Draufleger, fürchtet er.

Die Stände näher an die Straße zu rücken, wurde verboten

Für seinen Essensstand habe er 10 000 Würstchen gekauft, sagt ein Budenbesitzer aus dem „Dorf“. Bislang habe er erst rund 1200 Stück verkauft – und das nach mehr als der Hälfte der Zeit. Die Beschicker wollten die Stände zumindest näher an die Straße rücken, doch das sei ihnen verboten worden.

Das „kulinarische Dorf“ sei mal angedacht gewesen, sagt Kerstin Kleine. Doch es sei nicht zustande gekommen und „auch so nie kommuniziert worden“. Stände verrücken sei nicht ohne Weiteres möglich, unter anderem wegen der Versorgungsleitungen und des Sicherheitskonzepts.

An der Dippelstraße herrscht Unmut

Auch an der Dippelstraße herrscht Unmut: Die Standbetreiber müssten bereits am Freitag abbauen, obwohl sie Verträge bis Sonntag hätten, sagen sie. Doch sie müssten Platz schaffen für die Ehrentribüne und die Übertragungswagen, die den Festzug filmen. Das stimme, sagt Kleine. Aber: „Das ist vertraglich so geregelt und viele wollen Freitag schon abbauen.“

Insgesamt zufrieden ist Petra Parpalioni. Dass ihr Pommesstand mehrfach wegen des Wetters früher geschlossen werden musste, sei ärgerlich gewesen. Doch sie habe „fast das wieder drin“, was sie investiert habe.  ren

Kommentare