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Stadtverordnete vertagen Beschluss über Denkmal-Versetzung in Bad Hersfeld

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Hartmut Ziehn
Hartmut Ziehn (CDU) für 44 Jahre Ehrenamt in der Kommunalpolitik geehrt © Laura Hellwig

Während der Stadtverordnetenversammlung in Bad Hersfeld wurden einige Kommunalpolitiker für ihre langjährige Arbeit geehrt. Außerdem wurde über die Versetzung eines Denkmals debattiert.

Bad Hersfeld – Der Bürgermeisterwahlkampf hat das Bad Hersfelder Stadtparlament noch nicht erreicht. In Rekordzeit von nur knapp 35 Minuten, einmütig und meist ohne Aussprache, wurden die 20 Tagesordnungspunkte samt Ehrungen von verdienten Lokalpolitikern routiniert abgearbeitet.

In den Ausschüssen waren die meisten Themen vorab diskutiert worden. Die Debatte über eine mögliche Anbindung des Klinikums und des Werratals mit selbstfahrenden Fahrzeugen der Dromos GmbH war vertagt worden, weil noch viele offenen Fragen bleiben (wir berichteten).

Die einzige Debatte des Abends entzündete sich rund um die geplante Versetzung des Denkmals vom „Gestrandeten Schiff“ auf dem Marktplatz vor dem Torhaus. Die dortigen Gastronomen erhoffen sich von der Versetzung mehr Platz für ihre Tische. Bis zu 20 000 Euro könnte die Umsetzung kosten, ein neuer Standort steht aber noch nicht fest.

Grund genug für FDP-Fraktionschef Bernd Böhle das Vorhaben infrage zu stellen. „Das Denkmal stand seit 1979 dort und hat keinen gestört“, sagte er und bezweifelte, dass eine Umsetzung für viel Geld „angemessen und notwendig“ ist. Rückendeckung erhielt Böhle von der Grünen Andrea Zietz, die sich vor allem an einem möglichen Alternativ-Standort im Stiftsbezirk störte.

Dort gebe es bereits viel Kunst im öffentlichen Raum. Sie regte an, eine Versetzung des „Gestrandeten Schiffs“ an einen anderen Ort in der Stadt zu prüfen. „Schließlich soll Kunst doch überall erlebbar sein“, sagte Zietz.

Einstimmig wurde die Debatte und Entscheidung darüber zurück in die Ausschüsse verwiesen, die nun im nächsten Sitzungszug erneut über die Denkmal-Versetzung beraten werden.

Ehrung für jahrzehntelangen Einsatz in der Kommunalpolitik

In der Stadtverordnetenversammlung wurden am Donnerstagabend langjährige Lokalpolitiker für ihre Verdienste um die Stadt ausgezeichnet und geehrt. „Ihr Einsatz für den Zusammenhalt, den Erhalt des Gemeinwesens und die Demokratie ist ein großer Gewinn für die Gesellschaft“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz und merkte an, dass auch Kommunalpolitiker ehrenamtlich tätig sind, was oft vergessen werde. „Es ist leicht, passiv für oder gegen etwas zu sein“, sagte Seitz, viel schwieriger hingegen sei es, dicke Bretter zu bohren, um demokratische Entscheidungen parlamentarisch herbeizuführen.

Geehrt wurde Hartmut Ziehn (CDU), der seit 1977, also 44 Jahre, als Stadtverordneter und stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher dem Parlament angehört. Renate Hucke (SPD) ist seit 1985 politisch aktiv, war im Ortsbeirat Petersberg, Stadtverordnete und Stadträtin. Ebenfalls geehrt wurden Jürgen Hilbert (32 Jahre) und Dietmar Jillek (22), beide OB Petersberg, Norbert Knittel (24), Herbert Schmidt (20) und Wilfried Schwarz (36), alle OB Sorga, sowie Karl Wilhelm Stuckhardt (28), OB Hohe Luft, und Walter Tonko (23) vom OB Heenes. 

(Kai A. Struthoff)

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