Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt

Stadtbus Bad Hersfeld: Alles ist möglich, aber es kostet

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Wie kann der Stadtbus attraktiver werden? Nach den guten Erfahrungen beim Hessentag machen sich die Stadtpolitiker jetzt Gedanken.

Nach den positiven Erfahrungen des Hessentags diskutierte der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt jetzt einen Antrag der FWG-Fraktion zur Optimierung des Stadtbusssystems.

Mit ihrer Initiative zur Optimierung des Bad Hersfelder Stadtbus-Systems rannte die FWG-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung im Prinzip offene Türen ein. „Alles ist möglich“, stellte Christian Scholz, für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständiger Mitarbeiter im Technischen Rathaus, fest. Allerdings: Jede zusätzliche Fahrt, jede Erweiterung der Fahrzeiten kostet Geld.

Ausgangspunkt der Überlegungen bei den Freien Wählern waren die guten Erfahrungen, die während des Hessentages im Juni gemacht wurden. Mehr als zwei Drittel der 862 000 Besucher waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen. „Wenn das Angebot stimmt, kommt auch der Nutzen“, stellte Michael Barth fest. Für das Landesfest waren Busse und Bahnen dicht getaktet und bis spät in den Abend gefahren.

Deshalb regte die FWG jetzt für das kommende Jahr beispielsweise Spätbusse während der Festspielzeit, des Lullusfestes und des Weinfestes an.

Außerdem soll die letzte Verbindung Richtung Kathus nicht schon am Petersberg enden. So soll der Bus attraktiver und eine echte Alternative zum Individualverkehr werden

Zusätzliche Fahrten will die FWG durch ausgedünnten Takt in schwach frequentierten Zeiten ausgleichen.

Christian Scholz nahm das alles getreulich auf, verwies jedoch auf die Problematik von Schichtdiensten bei den Fahrern und Anschlüssen an den Regionalverkehr. Am Ende sei alles eine Finanzierungsfrage. Hier hakte auch Erster Stadtrat Gunter Grimm ein. Der Stadtbus erwirtschafte aktuell ein Jahresdefizit von 275 000 Euro. Positiv sei dabei alleine der Schülerverkehr, während andere Linien unterm Strich „hochgradig negativ“ seien.

Neue Linien verursachten zunächst zusätzliche Kosten. „Das muss sich rechnen“, sagte Grimm und fügte hinzu: „Wenn am Ende eine bessere Zahl herauskommt, ist das eine gute Geschichte“.

SPD-Fraktionschef Karsten Vollmar wollte das Thema nicht auf den Stadtbus beschränken und regte an „weiter zu schauen, um den Verkehr aus der Innenstadt herauszuhalten“.

Als nächsten Schritt wollen sich die Fraktionen nun die Auslastungszahlen der Stadtbuslinien anschauen, um sich dann weitere Gedanken zu machen.

Von Karl Schönholtz

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