Keine Lösung in Sicht

Sportförderung in Bad Hersfeld: „Wir drehen uns im Kreis“

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Die Förderung der Jugendarbeit ist ein Ziel des neuen Sportentwicklungsplans für Bad Hersfeld. Doch noch fehlt es an einer Regelung für die Zuschüsse. Unser Beispielsfoto zeigt die F-Junioren der JFV Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld. „Wir drehen uns im Kreis“, grummelte ein frustrierter Bernd Wennemuth, als auch nach fast einstündiger Diskussion kein Fortschritt zu erkennen war. Tatsächlich waren die Mitglieder des Stadtverordneten-Ausschusse für Soziales und Sport bei ihren Überlegungen zur städtischen Sportförderung schon einmal weiter als am vergangenen Dienstag.

Und im Moment sieht es so aus, als würde sich mangels einer überzeugenden Lösung vorläufig nichts änderen.

Die Förderung der örtlichen Sportvereine ist Bestandteil des neuen Sportentwicklungsplanes, der in mehreren Sitzungen einer Arbeitsgruppe entstanden ist. Darin wird auch die Vergabe der jährlichen Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt thematisiert, die bisher zu großen Teilen nach dem „Gießkannenprinzip“, zum anderen aber auch durch vertraglich fixierte Vereinbarungen erfolgte.

Angedacht war nun im Sinne größerer Gerechtigkeit ein Punktesystem, das verschiedene Aspekte der Vereinsarbeit, insbesondere jedoch die Nachwuchsförderung berücksichtigen sollte (unsere Zeitung berichtete). Insgesamt geht es um einen Betrag von 250 000 Euro.

Protest der Vereine

Gegen dieses Verfahren erhob sich jedoch der Protest einiger Vereine, die von der bisheren Regelung besonders profitiert haben. Auch wurde geltend gemacht, dass bestimmte Vereine ihre Jugendabteilungen ausgegliedert haben – so zum Beispiel die SG Hessen Hersfeld und der SV Asbach, die ihren Kickernachwuchs gemeinsam im JFV Bad Hersfeld versammelt haben. Sie und andere hätten bei der Punktevergabe deutliche Einbußen hinnehmen müssen.

Schwache Resonanz

Die Resonanz auf ein Gesprächsangebot war seitens der Vereine so schwach, dass auch hieraus keine akzeptable neue Regelung resultierte.

Sehr zum Verdruss von Silvana Wohlgemuth, die im städtischen Fachbereich Generationen für den Sport zuständig ist, wurden im Ausschuss jetzt die bekannten Argumente ein weiteres Mal ausgetauscht – bis eben SPD-Urgestein Wennemuth bekannte, darauf keine Lust mehr zu haben.

Als vorläufig letzten Versuch bekommen die Vereine nun bis zum Sommer Gelegenheit, mitzuteilen, was ihnen möglicherweise an der bisherigen Vergabepraxis nicht gefällt. Denn anschließend muss Silvana Wohlgemuth ihren Bedarf für den Haushalt 2019 anmelden. Sollte also wieder nichts kommen, bleibt alles so wie es ist.

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