Die Designerin kam ins Finale beim Independent Handbag Designer Award

Susanne Breul gestaltet Handtaschen für Linkshänder

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Taschen für Linkshänder: Susanne Breul hat ihre persönliche Geschichte in eine Geschäftsidee verwandelt. Beim Lolls-Besuch in Bad Hersfeld hatte sie auch das mit einem Designer-Award ausgezeichnete Modell (links) dabei.

Bad Hersfeld. Handtaschen für Linkshänder – das hört sich nur so lange wie eine Schnapsidee an, bis Susanne Breul von ihrer Geschäftsidee erzählt.

Denn der Gedanke, Taschen von „falsch herum“ angebrachten Reißverschlüssen zu befreien und bei Portemonnaies das Münzfach nach links zu versetzen, der hat viel mit der ganz persönlichen Geschichte der Susanne Breul zu tun.

In Kindergarten und Schule hatte sich das aus Niederjossa stammende Mädchen dem vermeintlich richtigen Zeichnen und Schreiben mit der rechten Hand angepasst, ehe Breul sich als junge Frau während des Studiums wieder umstellte: „Das hat ja nicht nur mit den Händen zu tun, sondern es spielt sich im Kopf ab und belastet das Gehirn.“

Als sozusagen bekennende Linkshänderin setzte sich Breul dann mit Alltagsgegenständen auseinander, die ihre natürlichen Bewegungsabläufe hemmten – mit Reißverschlüssen, „die für uns immer in die falsche Richtung gehen“, oder eben mit dem Portemonnaie, bei dem sie umständlich hantieren musste, um das Kleingeld herauszuklauben. „Wenn ich es natürlich machen kann, kann ich mich viel besser konzentrieren“, stellte sie fest und begann, eben diese Utensilien nach ihren Linkshänder-Bedürfnissen neu zu gestalten. Und alleine ist sie damit beileibe nicht: Seriöse Quellen schätzen den Anteil der Linkshänder in der Bevölkerung auf über 20 Prozent, manche gehen sogar soweit, wie bei den Geschlechtern von einer 50/50-Verteilung auszugehen.

Für Susanne Breul, die mit ihrer Taschenkollektion noch allein auf weiter Flur ist, sind das gute Aussichten.

Eigenwilliges System

Auch für Größe und Ausstattung ihrer Modelle hat sie ein eigenwilliges System entwickelt: „Ich packe mir erst mal auf den Tisch, was alles hinein soll, und wickel die Tasche dann drumherum“, schmunzelt sie. So sind für verschiedene Gelegenheiten verschieden große Taschen entstanden, die jedoch ein paar Gemeinsamkeiten aufweisen. Sie sind alle aus feinstem, weichem Nappaleder handgefertigt, kommen ohne Reißverschlüsse aus und sind so ausgestattet, dass sich beispielsweise der Schlüsselring sowohl links wie rechts anbringen lässt. Das macht Breuls Kreationen zu Unisex-Modellen, also für beide Geschlechter geeignet.

Das war auch die Voraussetzung für ihre Bewerbung beim Independent Handbag Designer Award, der seit nunmehr zehn Jahren in New York vergeben wird. In der Kategorie „Standour and look great workbag“ schaffte es Breuls Tasche im vergangenen Jahr unter mehr als 1000 Einsendungen aus aller Welt ins Finale der fünf Besten.

Bisher ist ihre Kollektion, die sich im gehobenen Preissegment bewegt, vornehmlich über den Online-Shop ihrer Website de.breul-lefties-finest.com erhältlich. Doch die Nachfrage ist seit der Firmengründung vor fünf Jahren stetig gewachsen, so dass sie jetzt nach geeigneten Läden für den stationären Verkauf sucht.

Mehr über Susanne Breul lesen Sie in der gedruckten Zeitung und im E-Paper.

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