Fraktionschef Karsten Vollmar übt Kritik

SPD: Fehling schadet dem Ansehen Bad Hersfelds

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Karsten Vollmar, SPD-Fraktionsvorsitzender

„Unwürdiges Verhalten“ und „Anstand und Moral über Bord geworfen“: Die Bad Hersfelder SPD übt scharfe Kritik an Bürgermeister Thomas Fehling.

Nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden Karsten Vollmar schade der Rathauschef zunehmend dem Ansehen der Stadt.

„Wer dachte, die absolut positive Stimmung nach dem Hessentag werde in ein Gefühl des Aufbruchs umgewandelt, sieht sich getäuscht und dafür trägt in erster Linie der Bürgermeister die Verantwortung“, so der SPD-Fraktionschef in einer Mitteilung. Das Landesfest habe gezeigt, dass die Menschen in der Kreisstadt Großartiges vollbracht hätten. „Vor allem die Verwaltung mit hunderten Helfern und Freiwilligen hatte daran entscheidenden Anteil“, so Vollmar. „Wenn Herr Fehling nun in aller Öffentlichkeit Mitarbeiter der Stadt bloßstellt, die monatelang über das normale Maß hinaus alles gegeben haben, dann muss die Stadtpolitik ein klares Zeichen setzen.“

Schließlich würden Grenzen des Zumutbaren überschritten. „Hier offenbart sich ganz offensichtlich ein völlig falsches Verständnis von Personalführung, hier gerät das Verhalten des Bürgermeisters zu einem unwürdigen Akt.“ Die Mitarbeiter der Festspielstadt verdienten Unterstützung und Solidarität.

Schlimmer noch als die „politische Nullbilanz“ der Rathausspitze sei aber das öffentliche Bild, das erzeugt werde. Schaue man sich Fehlings öffentliche Facebook-Einträge an, zeige sich eine niveauarme Wortwahl, so Vollmar: Wahlweise werde die Hersfelder Zeitung als „Lügenpresse“ und „Schundblatt“ beschimpft, welche arglistig „Fake News“ produziere. Dem politischen Gegner werde „Gehirnwäsche“ unterstellt und in der Vergangenheit seien der SPD schwerste Vorwürfe hinsichtlich einer vermeintlichen „Agitation“ gegen den Bürgermeister gemacht worden.

Schuld an Fehlentwicklungen des seit 2011 amtierenden Rathauschefs seien stets die anderen: „Gezielt bedient der Bürgermeister Ressentiments gegenüber politischen Gegnern, der Presse oder anderen.“ Dieses Verhalten sei eines Bürgermeisters unwürdig. Vollmar: „Herr Fehling schadet dem Ansehen des Amtes und damit der Stadt nachhaltig.“ Niemand, auch nicht der Hersfelder Bürgermeister, habe das Recht, Anstand und Moral über Bord zu werfen, betont der SPD-Chef. Bürgermeister sei man 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Dazu gehörten Eigenschaften wie Empathie, Personalführungskompetenz, Respekt gegenüber Mitarbeitern der Verwaltung sowie die Einstellung, selbstlos und zielgerichtet eine Stadt zu entwickeln und über die Parteigrenzen hinaus zu repräsentieren. „Herr Fehling beweist ein ums andere Mal: Er ist offenbar nur sehr limitiert im Besitz dieser Fähigkeiten.“ 

Vollmar weist darauf hin, dass die „Unterstützer-Koalition aus CDU/Linke/FWG/FDP/UBH schon lange zerbrochen“ sei. Im Stadtparlament herrschten wechselnde Mehrheiten. Vollmar: „Der Bürgermeister hat keine eigene, stabile Mehrheit mehr. Einzig die Vasallentreue weniger Stadtverordneter und kleinerer Fraktionen wie FDP und FWG sichern dem Bürgermeister noch Ergebenheitsstimmen.“ Man dürfe gespannt sein, wie lange die FDP dem aus ihren eigenen Reihen vor Jahren ausgetretenen Fehling noch die Stange halte. (red/ses)

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