Neuer Höchststand

So viele Pendler wie noch nie im Landkreis

ARCHIV - 16.04.2018, Bayern, München: Dichter Verkehr schiebt sich im abendlichen Berufsverkehr über den Mittleren Ring. (Zu dpa "Studie: Weg zur Arbeit wird immer länger") Foto: Sven Hoppe/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
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Die Zahl der Berufspendler hat im Landkreis einen neuen Höchststand erreicht: 14 200 Menschen kommen täglich zum Arbeiten nach Hersfeld-Rotenburg.

Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 hatte der Kreis noch 10 000 sogenannte Einpendler.

In die entgegengesetzte Richtung, also aus dem Landkreis hinaus, haben die Pendler-Zahlen ebenfalls rasant an Fahrt aufgenommen. Laut BBSR leben im Kreis 12 690 Sozialversicherungsbeschäftigte, die aus beruflichen Gründen den Kreis verlassen. Zur Jahrtausendwende wurden in Hersfeld-Rotenburg 8940 Auspendler gezählt.

Nimmt man alle Einpendler zusammen, also Arbeitnehmer aus anderen Landkreisen und aus Hersfeld-Rotenburg, hat Bad Hersfeld die meisten Einpendler: 13 420. Dahinter folgen Bebra (3920), Philippsthal (2990), Rotenburg (2160) und Heringen (1620). Bei den Auspendlern liegt ebenfalls die Kreisstadt vorn. 4520 Hersfelder verlassen täglich zum Arbeiten ihre Stadt. Auf den weiteren Plätzen liegen Rotenburg (3470), Bebra (3250), Ludwigsau (1930) und Heringen (1830).

Mit den ansteigenden Pendlerzahlen liegt Waldhessen im bundesweiten Trend. Insgesamt stieg die Zahl der Pendler in Deutschland von 14,9 Millionen im Jahr 2000 auf 19,3 Millionen.

Klaus MichalakIG Bau, Bezirksvorsitzender

Klaus Michalak, Bezirksvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, sieht in den neuen Zahlen einen „alarmierenden Trend“ und macht dafür den Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten verantwortlich: „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die Mieten und Immobilienpreise nicht mehr leisten.“ Er warnt zudem vor den Auswirkungen auf den Alltag. Es gehe „wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren“.

Laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung gibt es einen anderen Hauptgrund für den Pendelboom: Immer mehr Paare seien berufstätig. Gerade für gut ausgebildete Menschen sei es schwierig, an einem Ort zwei passende Jobs zu finden. Da Job-Verträge zunehmend befristet seien, verzichteten viele darauf, umzuziehen. Archivfoto: IG Bau/nh

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