"Leichtsinn endet schnell im Krankenhaus."

Silvester-Appell von Feuerwehr und Polizei in Hersfeld-Rotenburg: Rücksicht nehmen

Zerfetzt: Im Jahr 2016 demonstrierte die Bad Hersfelder Feuerwehr anhand von Kuscheltieren, welche Sprengkraft Feuerwerkskörper haben.
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Zerfetzt: Im Jahr 2016 demonstrierte die Bad Hersfelder Feuerwehr anhand von Kuscheltieren, welche Sprengkraft Feuerwerkskörper haben.

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg mahnt zur Vorsicht beim Zünden von Böllern und Raketen.

„Die Kombination von Alkoholkonsum und Unachtsamkeit oder Leichtsinn endet schnell im Krankenhaus. Wer Raketen und Silvesterknaller abfeuert, sollte unbedingt auf seine Umgebung achten. Feuerwerkskörper sollten nie unachtsam weggeworfen werden, und schon gar nicht in Richtung anderer Menschen“, macht Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger deutlich. 

Die Kehrseite der bunten Feuershows seien nicht selten Brände mit hohen Sachschäden sowie Schwerverletzte. In den Notaufnahmen würden um den Jahreswechsel geplatzte Trommelfelle, Verbrennungen, Augenverletzungen und teilweise gar abgetrennte Gliedmaßen behandelt. 

Grundsätzlich rät Kauffunger davon ab, Feuerwerkskörper ohne aufgedruckte BAM-Prüfnummer zu kaufen. Niemals sollten selbst gebastelte Böller oder Raketen zum Einsatz kommen. „Außerdem ist es sehr wichtig, Raketen nicht aus der Hand zu starten“, sagt Kauffunger. Wer geeignete Startmöglichkeiten – zum Beispiel eine leere Getränkekiste – nutze und genügend Sicherheitsabstand einhalte, könne einem Notfall vorbeugen. Der oberste Brandschützer des Landkreises macht außerdem darauf aufmerksam, dass das Zünden von Feuerwerk in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen untersagt ist. Und: „Das gilt auch für Fachwerkhäuser.“ 

Pyrotechnik darf lediglich am Silvesterabend, 31. Dezember, und am Neujahrstag, 1. Januar, gezündet werden. „Wenn es doch zu einem Brand oder Unfall in der Silvesternacht kommen sollte: Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112“, appelliert Kauffunger. 

Das Polizeipräsidium Osthessen kündigt in einer Pressemitteilung an, dass in der Silvesternacht verstärkt Fußstreifen in Uniform und in ziviler Kleidung, unterstützt von der Bereitschaftspolizei, unterwegs sein sollen, um für einen friedlichen Verlauf des Jahreswechsels zu sorgen.

Hinweise für besondere Gefahrensituationen an Silvester liegen dem Polizeipräsidium Osthessen nach eigenem Bekunden zwar nicht vor, „gleichwohl besteht an einem solchen Tag eine abstrakte Gefahr, der wir mit einer angepassten Einsatzkonzeption begegnen“, betont Pressesprecher Patrick Bug.

In Kooperation mit der Bundespolizei, den Stadt- und Kommunalverwaltungen sowie anderen Behörden begleite die Polizei die Feiern zum Jahresende und sei für die Bürger Ansprechpartner und Helfer vor Ort.

Uniformierte und zivile Streifen seien vor allem an Orten eingesetzt, an denen sich erfahrungsgemäß viele Menschen zum Feiern treffen. „Dies wird mit einem personell starken Nachtdienst gewährleistet“, erklärt der Polizeisprecher. In Fulda würden, neben der fest installierten Videoüberwachung an großen Plätzen, mobile Kameras eingesetzt. Dies biete der Polizei die Möglichkeit, sich einen aktuellen Überblick über die Situation im Stadtgebiet zu verschaffen.

Eine gesondert eingeteilte Bereitschaft gibt es bei der Feuerwehr in Rotenburg nicht. „Es gibt immer genügend Kameraden, die melden, dass sie in der Stadt feiern und keinen Alkohol trinken“, sagt Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut. So sei die Einsatzfähigkeit gesichert.

Der Fachbereich Ordnungsdienste der Kreisstadt Bad Hersfeld weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass der Linggplatz zum Abbrennen von Silvesterfeuerwerk auf Grund der noch vom Wintermarkt dort stehenden Holzhütten nicht geeignet ist. Als Ausweichmöglichkeit werden in der Silvesternacht die ersten sechs Parkreihen auf dem Marktplatz ab Höhe der Konrad-Duden-Bibliothek zur Verfügung gestellt. Diese Fläche ist für den ruhenden Verkehr vom heutigen Dienstag, 31. Dezember, ab 13 Uhr bis Mittwoch, 1. Januar, 12 Uhr gesperrt. Der Gebrauch und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern sei dort nur unter Beachtung der Gebrauchsanleitungen und allgemeinen Sicherheitshinweisen erlaubt. Es dürften weder umstehende Personen noch Sachen gefährdet werden, betonen die Ordnungshüter der Kreisstadt.

Die Verwaltungen des Biosphärenreservats Rhön appellieren an die Bevölkerung, das Zünden von Raketen und anderen Feuerwerkskörpern in den Schutzgebieten und der unmittelbaren Nähe zu unterlassen. Zu diesen Schutzgebieten gehören auch die Kernzone Dreienberg bei Friedewald, die Kernzone Landecker Berg zwischen Hohenroda, Schenklengsfeld und Friedewald sowie die Kernzone Schwärzelsberg-Langeberg-Grasburg bei Hohenroda-Mansbach.

In weiten Teilen der Rhön sei das Lärmen und das Zünden von Feuer gemäß Schutzgebietsverordnung verboten und stehe unter Strafe. Neben der Brandgefahr würden durch die Feuerwerkskörper Wild, Vögel und zahlreiche weitere schutzbedürftige Tiere massiv gestört.

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