Kolumne: Unser Hessentag

Sicher ist sicher: Doch ein Führungszeugnis wird nicht benötigt

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Nadine Maaz

Nicht nur fröhlich, auch sicher sollen die Gäste beim Hessentag im schönen Bad Hersfeld feiern. Dafür gibt es einige Regelungen, die auch für  freiwillige Helfer gelten.

Für Unmut oder zumindest Irritationen hat jetzt offenbar der Hinweis bei der Jahreshauptversammlung der Neuensteiner Feuerwehren gesorgt, dass Kameraden, die sich freiwillig für den Brandsicherheitsdienst bei den diversen Veranstaltungen melden, ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen. Das ist so allerdings nicht richtig, sagt der Erste Stadtrat Gunter Grimm, der aufseiten der Stadt für die Sicherheit beim zehntägigen Landesfest zuständig ist.

Zunächst einmal gilt: Beim Hessentag gibt es sogenannte Sicherheitsbereiche, die vom Landespolizeipräsidium definiert wurden. Dazu gehören die Stadthalle, die Ehrentribüne für den Festzug samt „wortreich“ sowie die Sparkassen-Arena, in der die großen Konzerte stattfinden. Für eine Tätigkeit dort ist laut Grimm eine sogenannte polizeiliche Zuverlässigkeitsüberprüfung zum Schutz staatlicher Einrichtungen und Veranstaltungen erforderlich. Fällt diese positiv aus, erfolgt die individuelle Akkreditierung mit Ausweis. 

Wer sich dieser veranstaltungsbezogenen Maßnahme nicht unterziehen möchte, erhalte verständlicherweise keine Zugangsberechtigung, betont Grimm, der davon ausgeht, dass sowohl die Brandschützer als auch die Helfer der Rettungsdienste dafür Verständnis haben.

Die polizeiliche Zuverlässigkeitsüberprüfung auf Grundlage des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) sei übrigens nicht zu verwechseln mit der Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz, bei der auch das Umfeld einer Person überprüft wird, die mit vertraulichen oder geheimen Verschlusssachen zu tun hat. Nach dem HSGO überprüft die Polizei lediglich, ob sicherheitsrelevante Erkenntnisse wie Ermittlungen im Bereich des Kapitalstrafrechts vorliegen, die einen Einsatz ausschließen. Ein Führungszeugnis sei demnach nicht erforderlich.

Klar soweit?

Eines jedenfalls sollte klar sein: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, wo ein Wille ist, ist leider oft auch ein Weg. Wir sollten also alle gewillt sein, das Fest vor der Haustür zumindest so sicher wie möglich zu machen, auch wenn das mitunter Aufwand bedeutet. Der Dank an alle Helfer kann ohnehin nicht groß genug sein.

maaz@hersfelder-zeitung.de

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