Städte und Gemeinden im Kreis sind für jeden Ehrenamtlichen dankbar

Trotz Corona-Pandemie keine Engpässe bei Wahlhelfern

Wählen unter besonderen Corona-Bedingungen: Das galt für Wähler und Wahlhelfer auch schon bei den jüngsten Bürgermeisterwahlen. Das Bild entstand im Cornberger Wahllokal Rockensüß, wo Carmen Hollstein, Edith Auerswald, Klaus Riemann und Lukas Knoch (von links) im Einsatz waren.
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Wählen unter besonderen Corona-Bedingungen: Das galt für Wähler und Wahlhelfer auch schon bei den jüngsten Bürgermeisterwahlen. Das Bild entstand im Cornberger Wahllokal Rockensüß, wo Carmen Hollstein, Edith Auerswald, Klaus Riemann und Lukas Knoch (von links) im Einsatz waren.

Obwohl wegen der Corona-Pandemie viele ältere Personen ausfallen, haben die meisten Kommunen im Landkreis bereits ausreichend Wahlhelfer für die Kommunalwahl. 

Hersfeld-Rotenburg – Genug Wahlhelfer zu finden war schon in den vergangenen Jahren zumindest für einige Kommunen nicht einfach. Nun sollen wegen des weiter grassierenden Coronavirus gerade die oft schon älteren Stammkräfte möglichst nicht eingesetzt werden.

Ein Großteil der Städte und Gemeinden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt trotzdem Entwarnung. Die meisten Kommunen haben bereits ausreichend Helfer, darunter auch neue und junge Freiwillige, die bei der Kommunwalwahl am Sonntag, 14. März, erstmals ehrenamtlich in den vielen Wahllokalen mit „anpacken“. Das hat eine Umfrage unserer Zeitung ergeben.

In einigen wenigen Kommunen bestehe aber auch noch Bedarf, zudem könne es immer kurzfristig zu Ausfällen kommen, die dann kompensiert werden müssten, wie etwa Marco Liedtke aus der Kirchheimer Verwaltung berichtet, wo mit 140 benötigten Helfern 20 mehr als bei der Kommunalwahl 2016 eingesetzt werden. „Wir sind für jeden freiwilligen Helfer dankbar“, sagt auch Jens Trabert von der Gemeinde Schenklengsfeld.

Wie viele Wahlhelfer benötigt werden, hängt in erster Linie von der Größe der Kommune beziehungsweise der Zahl der Wahllokale ab. Insgesamt 240 Wahlhelfer inklusive Briefwahl sind es in der Kreisstadt Bad Hersfeld, gerade mal 30 werden in Cornberg benötigt. Da mit mehr Briefwählern als sonst gerechnet wird, wurden laut vielen Rückmeldungen die Briefwahlvorstände vergrößert. Die Höhe der Aufwandsentschädigung – des sogenannten Erfrischungsgeldes – variiert im Kreis zwischen 20 Euro und 40 Euro, in einigen Kommunen wurde es erst kürzlich angepasst.

Vielerorts werden die Wahlhelfer über die Ortsbeiräte oder -vorsteher organisiert, einige Kommunen haben zudem postalisch oder über die Gemeindeblättchen aufgerufen. Auf neue Kommunikationsplattformen wie soziale Medien, um gerade jüngere Bürger anzusprechen, wird bisher noch nicht zurückgegriffen.

Gewählt werden bei der Kommunalwahl der Landrat, der Kreistag, die Kommunalparlamente und Ortsbeiräte – mit der Besonderheit des Kumulierens und Panaschierens. 97 136 Wahlberechtigte gibt es im Kreis.

Ablehnen nur aus wichtigem Grund möglich

Ehrenamtliche Wahlhelfer bilden laut bundeswahlleiter.de das Fundament der selbstorganisierten Wahl durch das Volk und sind somit wichtige Träger des Wahlverfahrens. Berufen werden sie von den Kommunen als zuständige Behörden. Die Aufgabe ablehnen kann man nur aus wichtigen Gründen. Das Amt übernehmen kann grundsätzlich jeder Wahlberechtigte, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens sechs Wochen in der jeweiligen Kommune lebt und EU-Bürger ist.

Schutz für Wähler und Ehrenamtliche

FFP2-Masken, markierte Laufwege, Spuckschutzwände und Desinfektionsmittel: In den Wahllokalen gelten am 14. März die inzwischen üblichen Maßnahmen, um Infektionen mit dem Coronavirus zu verhindern – und um die Wahlhelfer ebenso wie die Wähler bestmöglich zu schützen.

„FFP2-Masken, OP-Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Flächendesinfektion, Desinfektionstücher und Hygieneschutzscheiben wurden im großen Umfang für alle Wahllokale beschafft“, berichtet etwa Julia Kranz von der Marktgemeinde Philippsthal. „Die Vorstände sind eingewiesen ins Lüften und Reinigen, und wir sind vonseiten der Verwaltung jederzeit für Rückfragen ansprechbar“, erklärt Katharina Weller für die Gemeinde Alheim. Neue Stifte für die Stimmabgabe werden laut Bürgermeister Daniel Iliev an alle Wähler in Heringen ausgegeben, „um jedes Infektionsrisiko auszuschließen, können die Wahlberechtigten allerdings auch einen eigenen Stift zur Kennzeichnung des Stimmzettels verwenden“. Andernorts werden die benutzten Stifte desinfiziert.

Um unnötige Risiken auch aufseiten der Wahlhelfer zu vermeiden, wurden für die aktuelle Kommunalwahl zudem bewusst jüngere Freiwillige gesucht. „Wir haben im Vorfeld gezielt jüngere Menschen angeschrieben, ob sie sich trotz Corona vorstellen können, in einem Wahlvorstand mitzuarbeiten“, berichtet Michael Mangold aus dem Rathaus in Nentershausen. „Daraus resultierend sind nun sämtliche Wahlvorstände mit erfahrenen Wahlhelfern, die man bei einer Kommunalwahl auch braucht, und neuen besetzt.“

Eine Altersspanne zwischen 18 und 50 Jahren wurde in Hauneck ausgewertet. „Erfreulicherweise haben sich einige freiwillig bei uns gemeldet“, so Anja Birkel. „Leider gibt es aber auch welche, die Ausreden suchen, um nicht in einem Wahlvorstand mitwirken zu müssen.“ Friedhelm Eyert in Bebra hat indes auch gegenteilige Erfahrungen gemacht: „Wir haben durchaus versucht, die sogenannten Risikogruppen zu meiden, es gibt aber auch Angehörige der Risikogruppen, die unbedingt helfen wollen.“ Weitere Interessierte setze man gerne auf eine Reserveliste. „Dies bedeutet aber, dass ein Einsatz noch am Sonntagmorgen auf telefonische Anforderung in egal welchem Wahllokal erfolgen kann. Freiwillige vor!“

Die meisten Kommunen haben ihre Wahlvorstände bereits besetzt. „Doch gerade jetzt zu Zeiten der Pandemie ist es besonders schwierig“, hat Antje Röth für Niederaula festgestellt. Interessenten seien deshalb immer gern gesehen. Viele Organisatoren haben darüber hinaus schon die nächste Wahl im Blick, wie Mario Huff als Wahlleiter in Haunetal. Denn im September wird der Bundestag gewählt, und auch dann werden wieder zahlreiche Wahlhelfer im ganzen Landkreis benötigt.  nm

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