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Schule in den Ferien: 30 Kinder beim Programm „Deutschsommer“

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Von: Christine Zacharias

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Abschluss des Programms „Deutschsommer“ an der Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld.
Eine Theateraufführung, angelehnt an „Ronja Räubertochter“, gab es zum Abschluss des Programms „Deutschsommer“ an der Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld. © Christine Zacharias

30 Kinder aus Hersfeld-Rotenburg haben gemeinsam mit Lehrkräften, Sozial- und Theaterpädagogen am Programm „Deutschsommer – Ferien, die schlau machen“ teilgenommen.

Bad Hersfeld – Stell Dir vor es sind Ferien und Du gehst trotzdem drei Wochen lang jeden Tag zur Schule. Für 30 Kinder aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg war das in diesem Sommer der Fall – und auch für die Lehrkräfte, Sozial- und Theaterpädagogen, die sie betreut haben. Erstmals im Kreis Hersfeld-Rotenburg fand hier das Programm „Deutschsommer – Ferien, die schlau machen“ statt, das in Hessen bereits seit zehn Jahren läuft.

Mit normalem Schulunterricht hatte der „Deutschsommer“, das stellten die Kinder zu ihrer Erleichterung schnell fest, nur bedingt etwas zu tun.

Organisiert wurde das Programm für den Kreis Hersfeld Rotenburg von Karina Schnaar, Schulleiterin an der Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld und Mitarbeiterin im Staatlichen Schulamt, und von Peter Bikoni, Staatliches Schulamt und inzwischen im Ruhestand.

Betreut wurden zwei Gruppen von je 15 Kindern von zwei Dreierteams aus Deutschlehrerinnen, Sozialpädagoginnen und Theaterpädagoginnen. Die Aufteilung in zwei Gruppen sei nötig gewesen, weil sich so viele ukrainische Kinder angemeldet hätten, deren Kenntnisse der deutschen Sprache aufgrund des kurzen Aufenthalts in Deutschland noch nicht so gut gewesen seien, dass sie am Programm so wie ursprünglich geplant hätten teilnehmen können. Gleichzeitig hätten viele Kinder, denen von ihren Lehrkräften die Teilnahme sehr empfohlen worden sei, den Deutschsommer nicht besuchen können, weil sie mit ihren Familien in ihre Heimatländer gefahren seien, erklärte Schnaar und lobte das hochmotivierte Team, das innerhalb von kurzer Zeit das Programm an die Erfordernisse angepasst habe.

Die Kinder aus Grundschulen in Bad Hersfeld, Bebra, Weiterode und Haunetal widmeten sich während der vergangenen drei Wochen intensiv dem Kinderbuch „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren. Sie konnten selber darin lesen, bekamen es vorgelesen und setzten sich inhaltlich mit dem Thema Freundschaft auseinander, erläutert Karina Schnaar. Auch ein kleines Theaterstück, das sich an Ronja Räubertochter orientierte, wurde gemeinsam erarbeitet und den Eltern vorgeführt.

Neben dem Deutschunterricht an den Vormittagen, der täglichen Lesezeit und den Theaterproben gab es für die Kinder eine Fülle von Freizeitaktivitäten: Workshops zu den Themen Zauberei und Märchen im „wortreich“, Räubertage rund um den Solzi-Kinderweg, Kreativ- und Musikangebote und vieles mehr. „Wir wollten den Kindern zeigen, was man hier in der Region alles machen kann und wie schön es hier ist“, sagt Schnaar.

Höhepunkt sei jedoch ein Besuch in der Stiftsruine gewesen. Dort habe Intendant Joern Hinkel die Kinder herumgeführt, sie hätten die Möglichkeit gehabt, ihr Stück dort zu zeigen und dazu Tipps vom Theaterfachmann bekommen. Dass der Intendant sie so ernst genommen habe, habe die Kinder sehr beeindruckt, sagte Schnaar.

Trotz der Tipps vom Profi waren dann alle sehr aufgeregt, als es an die Präsentation des eigenen Stücks vor Eltern und Verwandten ging. Lebhafter Beifall und der Ruf nach einer Zugabe zeigte ihnen, dass ihre Bemühungen erfolgreich waren. Und auch Karina Schnaar und Peter Bikoni sind nach drei Wochen überzeugt, dass sich der Einsatz – wenn auch anstrengend – gelohnt hat.

Der „Deutschsommer“ findet jährlich in den hessischen Sommerferien statt. An mittlerweile 18 Grundschulen in ganz Hessen erhalten Drittklässlerinnen und Drittklässler mit Deutschförderbedarf die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu verbessern. Das Angebot umfasst Sprachunterricht in Kleingruppen, Theaterstunden und Freizeitaktivitäten. Finanziert wird das Programm vom Hessischen Kultusministerium mit Unterstützung der Stiftung Polyteschnische Gesellschaft Frankfurt. (Christine Zacharias)

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