Europawahl

Schüler finden: Wählen ist ein Privileg

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Zur Europawahl motivieren: Die Schüler des Politik- und Wirtschaft-Leistungskurses von Lehrerin Sandra Otto (Mitte) gehen am Sonntag wählen.

Hersfeld-Rotenburg – Die Jugendlichen im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind sich einig: Wählen ist wichtig. Wählen ist ein Privileg.

Wer nicht wählt, riskiert, dass andere über die eigene Stimme entscheiden.Und wer nicht wählt, darf auch nicht meckern.

Modellschule Obersberg Hersfeld

Mit Blick auf die Europawahl haben sich auch die Schüler des Politik-Leistungskurses der Modellschule Obersberg Gedanken gemacht: „Durch die EU kann man sich besser um globale Probleme wie Umwelt und Sicherheit kümmern“, erklärt der 17-jährige Carl Herdt aus Bad Hersfeld. Das sei hilfreich, um Gesetze fürs große Ganze durchzusetzen, denn bestimmte Angelegenheiten gingen über die Grenzen einzelner Länder hinaus. Weiterhin biete die EU die Freiheit zu reisen und sei aus wirtschaftlicher Sicht international ein starker Handelspartner, so die Schüler.

Allerdings äußern die Jugendlichen auch Kritik. Einzelne Instruktionen des Europaparlaments seien oft nicht transparent genug, findet etwa der 18-jährige Johannes Diebel aus Niederaula. Außerdem sei das politische System sehr kompliziert aufgebaut. Viele Menschen verstünden wichtige Zusammenhänge nicht, was laut den Schülern zu einer „Verdrossenheit“ und folglich zu geringer Wahlbeteiligung führt. „Die Leute sind zu wenig informiert und blicken dann auch noch durch das System nicht durch“, sagt Lavinia Birnbaum aus der Kreisstadt.

Die Schüler wünschen sich daher eine bessere und vor allem frühere Aufklärung – am besten schon in der Mittelstufe. Man dürfe schließlich nicht vergessen, dass frühere Generationen für das Wahlrecht gekämpft haben. Wählen sei daher ein „Privileg“, das durch Nichtwählen mit Füßen getreten werde, findet der 18-jährige Malvin König.

„Viele vergessen, dass die Beschlüsse des Europaparlaments auch für Deutschland gelten“, erklärt Politik-Lehrerin Sandra Otto. Aus diesem Grund sei die Wahlbeteiligung besonders wichtig.

Jakob Grimm Schule Rotenburg

Auch politisch interessierte Schüler der Jakob Grimm Schule in Rotenburg diskutierten über die Europawahl: „Eine der größten Errungenschaften der vergangenen 70 Jahre ist, dass wir aus einer Diktatur eine Demokratie aufgebaut haben“, findet die 18-jährige Imke Schmalfeldt aus Rotenburg. Denn die Europäische Union sei genau das: Demokratie, und dadurch auch Freiheit. „Wenn nur ich wähle, dann ändert das nichts, sagten eine Million Menschen“, zitiert Luca Wiegel aus Heinebach. Er erinnert daran, dass jede Stimme zählt. Denn wenn niemand wählen geht, brauche man auch keine Demokratie mehr.

Besonders für junge Menschen sei die Europawahl wichtig, so die Jugendlichen. „Wir sind die Zukunft“, sagen sie unisono. Besonders was die Klimapolitik angehe, sehen sie in er Wahl die Möglichkeit, etwas zu verändern.

Allgemein müsse die EU aber präsenter sein, damit die Menschen spüren, was sie von ihr haben, so Imke Schmalfeldt. Das Europaparlament habe weitreichende Einflüsse und größere finanzielle Mittel, wodurch es bestimmte Projekte besser verwirklichen kann. Sie erklärt: „Der Luxus, den wir durch die EU haben, der ist uns gar nicht mehr bewusst.“ (jes)

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