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Aktion „Stadtradeln“: Mann lässt ab heute 21 Tage lang das Auto stehen

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Von: Kerim Eskalen

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„Stadtradelstar“ Stefan Schönberner (27): Der Hersfelder möchte 21 Tage auf das Auto verzichten und steigt auf sein Fahrrad um.
„Stadtradelstar“ Stefan Schönberner (27): Der Hersfelder möchte 21 Tage auf das Auto verzichten und steigt auf sein Fahrrad um. © Kerim Eskalen

Ab Sonntag (15. Mai) lassen viele Menschen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg das Auto zu Hause und strampeln für die Aktion „Stadtradeln“.

Hersfeld-Rotenburg – Ob auf dem Weg zur Arbeit oder beim „Ritt“ zum Bäcker, das Gaspedal muss ruhen. Der 27-jährige Hersfelder ist damit „Stadtradelstar“ im Rahmen einer kreisweiten Aktion für mehr Klimaschutz und Radverkehrsförderung. An der Initiative in Hersfeld-Rotenburg können sich alle Einwohner beteiligen und Kilometer mit dem Fahrrad sammeln – wir berichteten. Schönberner will dabei Vorbild sein und dem inneren Schweinehund ein Schnippchen schlagen. Der Hersfelder arbeitet als Gemeindereferent im Pastoralverbund St. Lullus Hersfeld/Niederaula-Kirchheim in der Kreisstadt Bad Hersfeld.

„Mein Arbeitsweg ist nur sechs Kilometer lang und fürs Einkaufen habe ich extra einen Fahrradanhänger gekauft, mit dem ich die Einkäufe transportieren könnte. Nur die Steigungen muss ich dann miteinplanen, sodass ich nicht zu viel kaufe und den Berg noch hochkomme.“ Sich selbst bezeichnet der 27-Jährige als überaus fahrradverrückt, er liebt es, mit seiner Familie gemeinsame Ausflüge auf zwei Rädern zu unternehmen.

Gemeindereferent im Kreis Hersfeld sieht Aktion „Stadtradeln“ als Startschuss

Dabei nimmt er seinen zweieinhalbjährigen Sohn mit eigenem Sitz und Lenker gerne mit auf sein Fahrrad. Selbstverständlich nur mit entsprechender Ausrüstung. „Mein ältestes Kind freut sich immer, mit mir auf dem Fahrrad zu sein und möchte immer, dass ich die ein oder andere Bodenwelle extra mitnehme.“

Grundsätzlich hofft Schönberner, dass die Aktion für ihn der Startschuss ist, um das Auto im Alltag häufiger stehen zu lassen und aufs Fahrrad umzusteigen – und das es anderen genau so geht. Daher wünscht er sich, dass das Stadtradeln möglichst viele Menschen erreicht. Denn eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur sei überfällig. Zudem könne die Akzeptanz von Fahrradfahrern im Straßenverkehr steigen, wenn die Zweiräder mehr genutzt werden.

Stadtradeln im Kreis Hersfeld-Rotenburg gibt Anstoß: „Kinder wachsen mit Autos auf“

Der Gemeindereferent kritisiert auch, wie in der Kindererziehung oft mit der Thematik „Auto“ umgegangen werde. „Heutzutage wird den Kindern der Umgang mit Autos falsch vermittelt und sie bekommen kaum Berührungspunkte mit umweltfreundlichen Alternativen. Wenn Kinder bei kurzen Schulwegen oder Terminen nur gefahren werden, wachsen sie mit Autos auf.“

Der „Stadtradelstar“ rät daher, sich nicht immer für die bequeme Variante zu entscheiden, sondern den Kindern einen gezielteren Umgang mit dem Fahrrad zu vermitteln. Mit mehr Zeit auf dem Zweirad wären Kinder häufiger an der frischen Luft und hätten ausreichend Bewegung. (Kerim Eskalen)

Erst kürzlich hatte eine Demonstration für mehr Klimaschutz in Bad Hersfeld stattgefunden. Dafür kamen Bürgerinnen und Bürger im Schilde-Park zusammen.

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