Schüler informieren sich

Schnuppern beim Handwerk: PC statt Werkzeug

Einblicke in den Beruf des Kfz-Mechatronikers: Ausbilder Martin Schäfer zeigt Tim Mach, Luca Bredy und Nico Eiche (von links) von der Gesamtschule Schenklengsfeld, wie mithilfe des Computers eine Diagnose am Auto gestellt wird. Foto: Laura Hellwig

Bad Hersfeld. Schüler aus dem Landkreis verbringen in dieser Woche einen Tag bei der Kreishandwerkerschaft in Bad Hersfeld, um in verschiedene Handwerksberufe hineinzuschnuppern.

Haupt- und Realschüler der siebten bis neunten Klasse sind die Zielgruppe der Tage der offenen Tür, aber auch einige wenige Gymnasiasten nehmen an der Berufsorientierung teil.

An sechs Stationen wecken Ausbilder der Kreishandwerkerschaft das Interesse für die Berufe Friseur, Maler, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker und Lebensmittelberufe, wie Bäcker oder Fleischer. Neben kurzen Vorträgen steht vor allem der praktische Bezug im Vordergrund. „Die Kinder sind immer wieder überrascht, wenn sie sehen, was sie mit ihren eigenen Händen machen können,“ sagt Geschäftsführer Hubert Lorenz.

Der Tag der offenen Tür sei ein erster Denkanstoß und die Basis für eine zehntägige Berufsorientierung, bei der sich die Schüler in drei Berufen spezialisieren. Der Idealfall sei im Folgenden, ein Betriebspraktikum und dann eine Ausbildung zu absolvieren, erklärt Lorenz. Als Berufsbildungszentrum veranstaltet die Kreishandwerkerschaft auch Lehrgänge und Fortbildungen im Rahmen einer überbetrieblichen Ausbildung. Dies sei vor allem im Kfz-Bereich wichtig, weiß Obermeister Kurt Modenbach. „Das Hauptaugenmerk liegt nicht mehr auf der Mechanik, sondern auf der Diagnose und der Technik“. Im Rahmen der Digitalisierung findet eine Veränderung in der Ausbildung statt, die den Schülern bei ihrem Besuch in der Lernwerkstatt nähergebracht wird.

Statt mit dem Schraubenzieher wird mit dem Computer gearbeitet. Mithilfe eines Diagnosetesters wird über den Computer die Kommunikation zum Auto aufgebaut, erklärt Ausbilder Martin Schäfer.

Alexandra Lerm, Lehrerin für Arbeitslehre an der Gesamtschule Schenklengsfeld findet den Tag der offenen Tür hilfreich für die Berufsorientierung: „Die wenigsten wissen bereits, was sie werden wollen.“ In der Metallwerkstatt können sich die Schüler am Schweißgerät probieren, bei der Station für Lebensmittelberufe werden Blätterteigpasteten hergestellt. Unter dem Motto „Früh hin, früh heim,“ will der Ausbilder auch die Scheu vor dem frühen Aufstehen als Bäcker nehmen.

60 bis 70 Schüler sind pro Tag zu Besuch bei den Tagen der offenen Tür, die zur Hälfte von der Agentur für Arbeit mitveranstaltet werden. „Ein Werbefaktor steckt natürlich auch dahinter,“ sagt Lorenz. Es gebe noch freie Stellen in unterschiedlichen Handwerksberufen.

Bis zum 31. Oktober können noch Auszubildende aufgenommen werden, so der Geschäftsführer.

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