ZWISCHEN DEN ZEILEN

Schnäppchen, Rätsel und die Entchen

Mit der Schließung der Thomas-Philipps-Schnäppchenmärkte, mit der Situation der SPD und Neujahrsempfängen beschäftigt sich HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff in unserer Kolumne.

Nachdem unsere Region in den vergangenen zwei Wochen in so einer Art Winterschlaf gelegen hat, kommt nun das öffentliche Leben wieder auf Touren. Ich hoffe, auch Sie konnten die Verschnaufpause „zwischen den Jahren“ nutzen, denn nun geht es mit Riesenschritten in Richtung Hessentag.

Besonders intensiv diskutiert wurde in den vergangenen Tagen die Schließung der beiden Thomas Philipps-Filialen in Heringen und Ludwigsau. Der Schnäppchen-Markt hat hier offenbar viele Fans. Natürlich fragen sich alle, wie es nun mit den Immobilien weitergeht. In Heringen wird ein Nachmieter gesucht. Diskutiert wird auch die Entwicklung des ganzen Innenstadt-Areals als Wohn- und Geschäftszentrum. Ähnlich Pläne gab es in der Werrastadt schon früher mal.

In Ludwigsau scheint man einen Schritt weiter zu sein. Die Ankündigung, dass dort möglicherweise die neue Filialkette „Action“ eröffnen könnte, hat auf unsere Facebookseite schon Jubel ausgelöst. Hinter vorgehaltener Hand hören wir auch, dass es Pläne gab, dort eine Spielhalle anzusiedeln. Die sind aber offenbar vom Tisch. Natürlich bringen derartige Ansiedlungen Geld in die Gemeindekasse, aber eben mit einem Geschmäckle. Und so nötig hat es Ludwigsau dann zum Glück doch nicht.

Nicht nur die Geschäftswelt, sondern auch das politische Leben ist wieder erwacht. Die Hessen-SPD rüstet sich für ihren alljährlichen Gipfel im Schlosshotel in Friedewald, der dort schon zum 10. Mal stattfindet. Am 8. und 9. Februar wollen sich die Genossen dort mit ihren Spitzenkandidaten Dr. Udo Bullmann auf die Europawahl einstimmen. Außerdem kommt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nach Friedewald. Anders als bei seinem letzten Besuch aus Anlass des „Kali-Jubiläums“ im Werratal, wird er dort wohl nicht „Alle meine Entchen“ singen. Auch wenn der Auftritt in Heringen sympathisch war, reicht ein fröhliches Lied allein wohl nicht, um die SPD wieder in der Wählergunst aufsteigen zu lassen.

Bei unseren Nachbarn im Rotenburger Kreisteil hat die Zeit der städtischen Neujahrsempfänge begonnen, die dort eine lange Tradition haben. Ich war in dieser Woche in Rotenburg, wo Bürgermeister Christian Grunwald mit Charme und Witz eine gelungene Veranstaltung moderiert hat. Statt lange Reden zu halten, wurde dort „Wer wird Millionär“ gespielt. Und wer die Zeitung gelesen hatten, der konnte dabei alle Fragen beantworten. Eine sympathische Veranstaltung! Ich frage mich wirklich, warum Bad Hersfeld und die Gemeinden in diesem Kreisteil nicht ähnlich Empfänge machen. So fängt das Jahr gut an.

Gründliche Zeitungsleser waren auch beim HZ-Neujahrs-Rätsel klar im Vorteil. Viele haben sich beteiligt, aber nur ganze acht Leser konnten alle Fragen richtig beantworten. Sie haben ihre Preise redlich verdient. Alle anderen müssen nicht traurig sein. Dabei sein ist alles. Ich habe übrigens auch nicht alles richtig. Wie die meisten bin ich an den „Frauen in Bewegung“ gescheitert. Die Frage war echt schwer, liebe Kollegin Zacharias!

Bisher war mein Kollege Karl Schönholtz davon ausgegangen, dass seine Hersfeld-Krimis lediglich in einem lokal begrenzten Bereich auf Interesse stoßen. Weit gefehlt! Ein HZ-Leser schickte uns jetzt ein Foto, das in einer Inselbibliothek bei Kuba aufgenommen wurde: Dort steht „Auf Abwegen“ im Regal. An eine Übersetzung ins Spanische ist jedoch vorläufig nicht gedacht.

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