Hitze macht auch den Tieren zu schaffen

Schluss mit Schwitzen: Kühlgerät fürs Bad Hersfelder Tierheim 

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Neue Technik im Tierheim: Schäferhündin Luci, Tierpflegerin Emma Göltner und Vorstandsmitglied Frank Krökel freuen sich über das neue Kühlgerät, das für eine Erfrischung in der Zwingeranlage sorgen soll. 

Bad Hersfeld. Seit Wochen herrschen deutschlandweit Temperaturen von über 30 Grad, da kommen auch Hund, Katze und Co. ins Schwitzen. Im Tierheim Bad Hersfeld hat man nun Abhilfe geschaffen.

Mit einer 70 Bar starken Pumpe der Firma Cool Cloud Systems GmbH aus Bayern können zwölf Zwinger der Anlage abgekühlt werden. Dabei wird mithilfe feinster Wasserverstäubung kühlender Nebel erzeugt, der die Zwinger auf ein Temperaturniveau zwölf Grad niedriger als Außentemperatur herunterkühlen kann.

„Die Mitarbeiter kämpfen jeden Tag, um den Tieren Leiden zu ersparen,“ sagt Frank Krökel, Vorstandsmitglied des Hersfelder Tierschutzvereins.

Einige der Zwinger verfügen über separate Hinterräume, in denen sich die Tiere vor der direkten Sonneneinstrahlung schützen können. Die Außenanlagen verfügen jedoch nur über Holzhütten, die sich in der Sonne stark aufheizen. Diese sollen nun in einem geschlossenen System an die Kühlanlage angeschlossen werden, sodass die Tiere auch hier die Möglichkeit eines kühlen Rückzugsorts haben.

Zwar wurden schon Sonnensegel gespannt, um Schatten zu spenden, ganz können sich die Tiere jedoch nicht vor der Hitze zurückziehen. Mehrmals täglich bekommen die Hunde in den Außenanlagen kühle Duschen aus dem Wasserschlauch, „das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein,“ so Krökel.

Hoffentlich bald Vergangenheit: Die tägliche Abkühlung mit dem Wasserschlauch. Foto: Alena Nennstiel

Man habe mehrere Firmen kontaktiert, die Warte- und Lieferzeiten sowie die Preise seien aber für den Tierschutzverein nicht tragbar gewesen, sagt Krökel. Schnelle Lösungen mussten her und die Firma aus München konnte liefern. Innerhalb einer Woche konnte das Gerät angeschafft werden, gestern wurde es eingebaut. Auch preislich sei man dem Tierheim entgegengekommen, was alle Beteiligten begrüßen.

Der Gesamtpreis von 4500 Euro für Gerät und Installation sprenge das Jahresbudget, weshalb der Verein auf Spenden angewiesen sei, erklärt das Vorstandsmitglied. Jedes Jahr muss der Verein rund 200 000 Euro stemmen, ein Betrag, der im Wesentlichen über Spenden generiert wird. Als einziges Tierheim im Landkreis unterstützen die Gemeinden den Verein mit einem Beitrag von 30 000 Euro im Jahr.

Vorstandsmitglied Krökel erklärt, dass man im neuen Vorstand eine Modernisierung der gesamten Anlage plane. Dazu gehörten nicht nur die Renovierung und die Einrichtung eines Kundencenters, man wolle vor allem die Attraktivität des Tierheims steigern. Über soziale Netzwerke versuche man, auch die jüngere Generation auf den Tierschutz aufmerksam zu machen.

Hier macht der Verein auf die zahlreichen Angebote und Aktionen aufmerksam. Tierliebhaber können täglich mit den Hunden ausgehen, es gibt eine Pension für vorübergehende Aufenthalte und regelmäßige Besuchszeiten für alle Interessierten. Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 23. September, informiert der Hersfelder Tierschutzverein über alle bevorstehenden Pläne.

Von Alena Nennstiel und Laura Hellwig

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