Schleife um den Fuldasee

Hessentagsprojekt: Barrierefreie Ergänzung des Lutherwegs ist jetzt fertig

Lesen, ohne zu sehen: Werner Auth vom Blindenbund Osthessen (Bild links) mit Jutta Hendler, Leiterin des Fachbereichs Generationen bei der Stadt Bad Hersfeld, am Tastfeld, das die rund 800 Meter lange Fuldaschleife erklärt.
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Lesen, ohne zu sehen: Werner Auth vom Blindenbund Osthessen (Bild links) mit Jutta Hendler, Leiterin des Fachbereichs Generationen bei der Stadt Bad Hersfeld, am Tastfeld, das die rund 800 Meter lange Fuldaschleife erklärt.

Eigentlich war ein barrierefreies Teilstück auf dem durch Bad Hersfeld führenden Lutherweg 1521 geplant. Mit der Fuldaschleife Bad Hersfeld ist nun auf 800 Metern eine Ergänzung als Nebenstück entstanden – ein Angebot, das sich speziell an Blinde und Sehbehinderte richtet.

Offiziell vorgestellt wurde der Rundweg am Fuldasee am Dienstagmittag. Neben Vertretern von Stadt, Politik und beteiligten Firmen war auch Werner Auth aus Fulda dabei, der sich als Betroffener beim Blindenbund Osthessen engagiert. Somit konnten die taktilen Streifen auf dem Boden und die Informationstafel mit Braille-Schrift gleich ausprobiert werden. Außerdem stellte Auth Freiwilligen Simulationsbrillen zur Verfügung, um nachempfinden zu können, wie es Blinden und Sehbehinderten ergeht.

„Mehr geht natürlich immer, aber man muss auch realistisch bleiben“, sagte der Fuldaer in Bezug auf die verschiedensten Bemühungen für mehr Barrierefreiheit und Integration im Alltag.

Die Fuldaschleife gehört zu den Hessentagsprojekten, wie Bürgermeister Thomas Fehling bei der Präsentation berichtete. Dass die ursprüngliche Idee für eine barrierefreie Etappe auf dem Lutherweg aber nicht realisiert werden konnte, begründete der Rathauschef unter anderem mit Problemen bei der konkreten Umsetzung, die so nicht möglich gewesen sei.

Eine von drei Stationen der Fuldaschleife Bad Hersfeld: Das Hörrohr, das zum Lauschen einlädt.

60 000 Euro hat das Projekt gekostet, die zur Hälfte gefördert wurden. Für Fehling „eine gute Investition im Sinne der Integration von Betroffenen“. Er erinnerte außerdem daran, dass jeder plötzlich in die Situation kommen könne, sein Augenlicht einzubüßen. Drei Stationen laden auf den 800 Metern rund um den Fuldasee zum Innehalten ein. Neben dem Tastfeld, das die Umgebung blindengerecht erläutert, stehen am Wegesrand eine Klingklangscheibe und ein Hörrohr. Erreichbar ist die ausgeschilderte Fuldaschleife über die Rialto-Brücke und den Parkplatz an der Europaallee.

Betreut und beworben werden soll das neue Angebot nun von den Tourismusbeauftragten bei der Stadt, wobei es sich natürlich nicht nur an Gäste, sondern auch an einheimische Interessierte richtet. (Nadine Maaz)

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