Thomas Bös geht in den Ruhestand

Scheidender Schulleiter: Immer neue Ideen entwickelt

Der Bös sagt Tschüss: Thomas Bös, Schulleiter der Schulen für Erwachsene Osthessen in Fulda und Bad Hersfeld, geht in den Ruhestand. Foto: Christine Zacharias

Thomas Bös, Leiter der Schulen für Erwachsene Osthessen in Fulda und Bad Hersfeld, geht in den Ruhestand.

Es war ein blauer Brief, der den gebürtigen Darmstädter Thomas Bös 1983 nach Bad Hersfeld brachte. Den wollte er eigentlich beiseite legen, weil er einen Strafzettel für falsches Parken erwartete. Doch dann öffnete er den Brief und fand darin die Mitteilung, dass er als Lehrer an der Konrad-Duden-Schule anfangen könnte.

„Wir haben das Zelt in unseren R4 geworfen und sind nach Bad Hersfeld gefahren“, erinnert sich Bös. An der KDS traf er, trotz Ferien, auf den damaligen Schulleiter Hans Sitzmann, der für ihn ein nettes Gespräch, eine Tasse Kaffee und eine Wohnung hatte.

Thomas Bös richtete sich mit seiner Familie in Bad Hersfeld häuslich ein. Als dann 1989 überlegt wurde, eine Außenstelle der Abendschule Kassel einzurichten, gehörte Thomas Bös zu denjenigen, die gerne bereit waren, dort zu unterrichten. Viele Jahre tat er das parallel zu seiner Tätigkeit an der KDS, unterrichtete vormittags Kinder und Jugendliche und abends Erwachsene.

Mit Erwachsenen anders

„Die Arbeit mit Erwachsenen ist schon anders“, erklärt Thomas Bös. Es sei eine Angebots- und keine Pflichtschule und man könne direkt zum Thema kommen. Die Arbeit in beiden Systemen empfand er aber als durchaus anregend, weil er im Vergleich neue Ideen entwickelte.

Es sei ein holpriger Anfang gewesen, erinnert sich Bös. „Wir haben uns selbst verwaltet.“ Kräftige Unterstützung habe das Kollegium durch Fortbildungen des damaligen HILF (Institut für Lehrerfortbildung) erhalten. 1994 wurde dann eine Stelle ausgeschrieben für eine ständige Vertretung des Schulleiters an der Außenstelle. Thomas Bös war einer von drei Kandidaten, die sich dafür bewarben und erhielt die Stelle schließlich.

In den 30 Jahren ihres Bestehens hat die Abendschule immer wieder flexibel auf veränderte Verhältnisse reagiert. Abendrealschule und Abendhauptschule wurden eingerichtet, 1999 folgte der Umzug ins Geistal und zu Beginn der 2000er Jahre intensivierten sich die Kontakte nach Fulda, wo schulische Weiterbildung bis dahin über die Volkshochschule organisiert war.

2006 wurde die Schule für Erwachsene mit den Standorten Fulda und Bad Hersfeld eigenständig. Inzwischen sei der Standort Fulda vier- bis fünfmal so groß und verfüge zudem über ein eigenes Schulgebäude, erzählt Bös.

Sprecher des Landesrings

Erfolgversprechend erschienen Bös auch Erfahrungen mit „Blended Learning“, eine Form von Online-Unterricht, der in Anbetracht der Tatsache, dass die Studierenden teils lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, eine gewisse Entlastung brachte. Der Versuch wurde jedoch vom Kultusministerium unterbunden.

Thomas Bös hat sich nicht nur immer für seine Schule engagiert, sondern ist auch seit zwei Jahren Sprecher des Landesrings der Abendschulen, die sich alle mehr Flexibilität wünschen.

Wenn Thomas Bös jetzt in den Ruhestand geht, will er erst mal richtig Urlaub machen: Mit dem Motorrad durch Schottland und anschließend ein paar Wochen Irland. Er freut sich auch über mehr Zeit für seine Ehrenämter als Stadtverordneter und beim BUND und über „Lachgesichttage“ – Tage ohne Termine im Kalender mit Zeit zum Lesen, Schreiben und Zeichnen.

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