Hessentag in Bad Hersfeld

Riesenrad: „Neue Ausschreibung ist eine Farce“

Lolls 2018

Auch vier Tage vor dem offiziellen Start des Hessentags hüllt sich die Stadt in Schweigen darüber, welcher Schaustellerbetrieb das Riesenrad betreiben wird.

„Bevor wir keine Unterschrift haben, nennen wir keine Namen“, erklärte Stadtsprecher Meik Ebert auf neuerliche Anfrage unserer Zeitung.

Nach Informationen aus Schaustellerkreisen dürfte es sich aber um das ursprünglich bereits favorisierte „Roue Parisienne“ des Dortmunder Schaustellerbetriebs Burghard & Kleuser handeln. Firmenchef Michael Burghard reagierte bis zum Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage unserer Zeitung.

„Das neuerliche Angebot ist auf die Firma Burghard & Kleuser zugeschrieben“, wettert hingegen der Anwalt des in der ursprünglichen Ausschreibung unterlegenen Betriebs Barth & Kipp, Dr. Thomas Schalt aus Freiburg. „Diese Ausschreibung hätte man sich sparen können, das ist eine Farce“, sagte er.

Nach Auflage des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel hatte die Stadt Bad Hersfeld die Ausschreibung für das Riesenrad präzisiert. So wurde in der neuen Ausschreibung, die unserer Zeitung vorliegt, eine maximale Grundfläche von 17,5 auf 21 Meter, ein Radradius von 45 Metern sowie ein Mix aus offenen und geschlossenen Gondeln vorgegeben. Derart genaue Vorgaben seien bislang nicht gemacht worden, sagt Dr. Schalt, und wirft der Stadt ein „abgekartetes Spiel“ und „einer staatlichen Behörde unwürdiges Tricksen“ vor.

Er kündigte an, für seinen Mandaten auch gegen die neue Entscheidung Widerspruch einlegen zu wollen, wenn sich der Zuschlag an das „Roue Parisienne“ bewahrheiten sollte. Dr. Schalt räumt aber ein, dass es eine langer juristischer Weg bis zu einem Schadenersatz werden dürfte.  

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